Beim Wind die Segel in der Hand behalten

Beim Wind die Segel in der Hand behalten

Blieskastel. Nicht erst nach der Atom-Katastrophe in Japan ist Windenergie im Saarland deutlich im Aufwind. Den politischen Willen zur Förderung dieser Form regenerativer Energieerzeugung hat Umweltministerin Simone Peter (Die Grünen) erst am Dienstag bei der Vorstellung der von ihrem Ministerium in Auftrag gegebenen "Windpotenzialstudie" bekräftigt (wir berichteten)

Dieses Anfang 1996 von einem Landwirt aus Altheim errichtete Windrad steht in der Nähe des Dörfchens Riesweiler. Die Stadt Blieskastel will sich ein Mitspracherecht bei der Errichtung zukünftiger Windkraftanlagen sichern. Foto: privat.

Blieskastel. Nicht erst nach der Atom-Katastrophe in Japan ist Windenergie im Saarland deutlich im Aufwind. Den politischen Willen zur Förderung dieser Form regenerativer Energieerzeugung hat Umweltministerin Simone Peter (Die Grünen) erst am Dienstag bei der Vorstellung der von ihrem Ministerium in Auftrag gegebenen "Windpotenzialstudie" bekräftigt (wir berichteten). Die Studie weist auch die Biosphärenregion im Bliesgau als besonders geeignet aus. Vor Ort findet die Aussicht auf Windräder in unmittelbarer Nachbarschaft allerdings nicht nur begeisterte Zustimmung, wie Proteste gegen geplante Anlagen in Webenheim in jüngster Zeit zeigten. Die Stadt Blieskastel will im kräftiger werdenden Rückenwind für die Windkraft die Segel in der Hand behalten. Die bisherigen Vorgaben des Landesentwicklungsplanes Umwelt, die Windräder in bestimmten Gebieten ausschlossen, werden wohl noch in diesem Jahr aufgehoben. Dann könnten überall Anlagen gebaut werden, wo sich Betreiber und Grundstückseigentümer einig werden. Um solchem "Wildwuchs" Einhalt gebieten zu können, wird der Blieskasteler Stadtrat heute Abend eine Änderung des Flächennutzungsplanes - Teilbereich Windenergie - beschließen. Die Stadtverwaltung soll einen Plan ausarbeiten, wo in der Stadt Windkraftanlagen gebaut werden dürfen und wo nicht. Mit einem solchen Plan wäre die Stadt bei der Genehmigung neuer Windkraftanlagen "nicht nur Zaungast wie bei Bauanträgen", so Achim Jesel, Vorsitzender der SPD-Fraktion, die den entsprechenden Antrag offiziell gestellt hat. Der Antrag wird im Stadtrat angenommen, bestätigte auch CDU-Fraktionschef Holger Schmitt gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Schmitt verwies allerdings darauf, dass der neue Flächennutzungsplan Windenergie den Fraktionschefs im Stadtrat bereits im Januar von Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU) vorgeschlagen worden sei.Der Stadtrat tagt heute um 17.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses I am Paradeplatz. Neben dem Thema Windkraft stehen die Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsplanes Westpfalz sowie eine Änderung des Stellenplanes der Stadtverwaltung auf der Tagesordnung des öffentlichen Sitzungsteils.

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