Der Wind weht in Richtung Energiewende

Der Wind weht in Richtung Energiewende

Ottweiler. Auf den Hügeln um die Stadt Ottweiler weht der Wind meist besonders kräftig. Zukünftig will die Stadt sogenannte Vorrangflächen für Windenergie im Flächennutzungsplan verankern und somit den Weg für ihr ehrgeiziges Ziel, bis 2020 "Nullemissions-Stadt" zu werden, frei machen

Ottweiler. Auf den Hügeln um die Stadt Ottweiler weht der Wind meist besonders kräftig. Zukünftig will die Stadt sogenannte Vorrangflächen für Windenergie im Flächennutzungsplan verankern und somit den Weg für ihr ehrgeiziges Ziel, bis 2020 "Nullemissions-Stadt" zu werden, frei machen. Ebenso plant die Stadt mit umliegenden Gemeinden und Städten, interkommunale Standorte für Windkraftanlagen auszuweisen.In acht Jahren will Ottweiler unterm Strich eine Bilanz als Null-Emissions-Stadt ausweisen. Auf dem Weg dahin beabsichtigt die Stadtverwaltung, mit verschiedenen Partnern aus der Energiewirtschaft Projekte aus dem Bereich der erneuerbaren Energien im Stadtgebiet zu realisieren. Ein wesentlicher Bestandteil dieser ehrgeizigen Planung ist der Ausbau der Windenergie innerhalb der Gemarkungsgrenzen der Stadt. In den Stadtteilen Lautenbach und Fürth stehen bereits insgesamt fünf große Windräder mit einer Gesamtleistung von 7,2 Megawatt. Die Anlagen wurden alle von der Firma Juwi aus Wörrstadt projektiert und gebaut.

Bei einem Bürgergespräch im Schatten der drei Windkraftanlagen auf dem Hungerberg in Fürth betonte Bürgermeister Hans-Heinrich Rödle, wie wichtig der Ausbau der Windkraftanlagen für Ottweiler sei. "Wir möchten mit der Stadt Ottweiler einen Beitrag zur Energiewende leisten und den Weg für diese zukunftsorientierte Technologie ebnen", erläuterte Rödle die Ziele vor den etwa 50 interessierten Bürgern und Mandatsträgern aus den Ortsräten und dem Stadtrat.

Wichtig ist für den Bürgermeister dabei, dass die Bürger die Pläne der Stadt voll akzeptieren und unterstützen. "Wir werden nur an Standorten Windkraftanlagen bauen, an denen es zu keiner Beeinträchtigung der Lebensqualität für die Bürger kommt" versicherte Rödle.

Hintergrund für dieses Bürgergespräch war die jetzt anstehende Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt mit dem Ziel der Steuerung der Windkraftnutzung in Ottweiler. So soll auch demnächst mit der frühzeitigen Bürgerbeteiligung und den Beratungen in den städtischen Gremien gestartet werden. Durch die Novellierung des Landesentwicklungsplans Umwelt ist es nun möglich, Windkraftanlagen auch außerhalb der früheren Vorrangflächen zu bauen. In einer Studie wurden für Ottweiler entsprechende Potenziale aufgezeigt und dementsprechende Flächen ausgewiesen. Wie auf den Plänen zu erkennen ist, sind das etwa sechs bis sieben Prozent der Stadtfläche.

Konkret sind derzeit die Planungen der Firma Juwi, einen weiteren Windpark mit fünf neuen Anlagen oberhalb von Lautenbach zu errichten. Die Anlagen der neuen Generation erzeugen bei voller Auslastung etwa 16 Megawatt elektrische Leistung, mit der etwa 11 000 Haushalte versorgt werden können. Die neuen Windräder können nun auch innerhalb von Waldflächen errichtet werden, was zuvor im Saarland nicht möglich war.

Mit etwa 150 Metern Höhe sind die neuen Anlagen um ein Drittel höher als die bisherigen Windräder. "Klar ist: Je höher die Türme, desto kräftigerer und stetigerer Wind ist zu erwarten. Zusammen mit einem großen Rotordurchmesser, mit dem hohe Erträge bei einer gleichzeitig hohen Zahl an Volllaststunden zu erreichen sind, kann die Windenergie auch an vermeintlichen Schwachwindstandorten nutzbar gemacht werden", erläuterte ein Unternehmenssprecher von Juwi. Demnach soll, wenn alle Genehmigungsverfahren durch sind, bereits im ersten Quartal 2014 der erste Windstrom mit den neuen Anlagen in Lautenbach erzeugt werden.

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