Zwergenaufstand gegen EU

Vor allem mit Wortwitz konnte die vier Kabarettisten der „Kaktusblüte“ gestern Abend im Wintergarten der Festhalle überzeugen. Originell war vor allem ein Seitenhieb zum Aus des Zweibrücker Flughafens.

Der Schrebergarten ist die letzte noch nicht von der EU vereinnahmte Enklave. Das zumindest ist die Feststellung der Dresdner Kabarett-Gruppe "Kaktusblüte", die am Freitagabend im Wintergarten der Zweibrücker Festhalle ihren Gästen mit dem Programm "Auch Zwerge werfen lange Schatten" einen humorvollen Abend bescherte.

Friedemann Heinrich, Uwe Hänchen und Monika Breschke sowie die Pianistin Janka Scheudeck treten seit 1991 auch im gesamten Bundesgebiet auf. Sie kombinieren Unterhaltung mit hintersinnigem Wortwitz, reden über die große Politik und den alltäglichen Schwachsinn.

Der rote Faden des Abends war die Regulierungswut der Europäischen Union in Brüssel, die Globalisierung , von denen sogar Kleingartenkolonien betroffen sind, das Marketing, die Banken und vieles mehr. Der Abgeordnete Friedrich Birne (Friedemann Heinrich) wirbt für die Globalisierung des Kleingartens und alles was damit zusammenhängt. Dabei stellt er ein Förderprogramm für Toilettenanlagen vor: "Ja, die EU fördert jeden Scheiß - außer Flughäfen in Zweibrücken ." Bei seiner Rede vor den Kleingärtnern redet sich Birne so in Rage, dass in die Stimmlagen Hitlers und Honeckers gerät. Diese Imitationen waren Heinrich - im Vergleich zu mancher seiner deutschen Kollegen - weniger gut gelungen.

In einem anderen Teil des Programms teilte ein Banker (Uwe Hänchen) den Hinterbliebenen mit, dass der Kunde, der Selbstmord begangen hatte, weil die Schuldenlast so groß war, immerhin einen Kranz erhalte: "Mit einer Schleife, auf der in goldenen Lettern die Miesen gedruckt sind."

Pointen setzten Hänchen und Heinrich als "Bodygards" namhafter Politiker. So sei Ursula von der Leyen ein Phänomen. Der rasante Wechsel ihrer Ministerien hänge mit den Kindern zusammen. Erst seien sie klein gewesen (Familie), dann hätten sie Arbeit gesucht (Arbeit) und nun gebe es Erziehungsprobleme (Verteidigung).

Insgesamt gefiel die "Kaktusblüte" mit Wortspielereien, wenn auch an manchem Witz schon ein Bartansatz erkennbar war. Einen Bezug auf die aktuellen Ereignisse in ihrer Heimatstadt Dresden fehlte völlig.