1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Kleine Brötchen statt großer Sprünge

Kleine Brötchen statt großer Sprünge

Mit guten Vorsätzen ist es ja meist so eine Sache: Das alte Jahr ist gerade vorbei, vieles nicht so gelaufen, wie man es sich eigentlich erhofft hatte, und deshalb soll jetzt alles anders, besser und toller werden.

Blöd nur, wenn man schon nach wenigen Tagen merkt, dass die selbst gesteckten Ziele unerreichbar bleiben und zum Scheitern verurteilt sind. Doppelt blöd, wenn man kurz vorher noch vollmundig ebendiese Vorsätze öffentlich angekündigt hat. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott schließlich nicht zu sorgen.

Da scheint es ratsam, erst einmal kleinere Brötchen zu backen. So wie es Kurt Pirmann in seiner Rede beim Zweibrücker Neujahrsempfang diese Woche getan hat. Keine Luftschlösser, stattdessen realisierbare Projekte hat der Oberbürgermeister für 2015, das "Jahr der Veränderungen" ausgegeben. Die positiven Entwicklungen, die im vergangenen Jahr eingeläutet wurden, möchte man fortsetzen. Zweibrücken als lebenswerte Stadt weiter stärken, mehr Arbeitsplätze schaffen, den Standortvorteil schnelles Internet nutzen, die Wirtschaft voranbringen. Schöne Aussichten eigentlich. Wie viel davon tatsächlich umgesetzt werden kann, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Hört sich jedenfalls gut an und setzt Signale in die richtige Richtung. Denn Positives gab es aus Zweibrücken in letzter Zeit nur selten zu berichten, im Gegenteil: Das Flughafen-Aus und das Wirrwarr um das Evangelische Krankenhaus haben die Gemüter erhitzt. Jetzt sehnt man sich in der Rosenstadt wieder nach mehr Ruhe und Beständigkeit. Da ist es klug von Pirmann, "eine starke Einbindung aller Zweibrücker bei der ‚Sozialen Stadt' zu versprechen, wenn es 2015 darum geht, neue Aspekte der Stadtentwicklung ins Rollen zu bringen. Die Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot zu holen, das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und dient zugleich dem Selbstschutz - frei nach dem Motto: mitgehangen, mitgefangen.