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Russisches Klassisches Staatsballett begeistert mit Schwanensee in Zweibrücken

Tschaikowsky-Ballett „Schwanensee“ : Großartige Tanzkunst in der Zweibrücker Festhalle

Die Liebe, Verzeihung inbegriffen, triumphiert in „Schwanensee“, aufgeführt vom „Russischen Klassischen Staatsballett“.

Tschaikowskys Ballett „Schwanensee“ bezauberte in einer klassischen Choreographie, leicht variiert mit moderneren Ausdrucksformen, ganz und gar die Zuschauer in der gut gesuchten Zweibrücker Festhalle.

Choreograph Konstantin Iwanow, ehemals führender Solist des Bolschoi-Balletts, hat sein Ensemble, das „Russische Klassische Staatsballett“ unter der Leitung von Konstantin Ivanov im Griff. Harmonischer, synchroner kann das Corps de ballet, zum Beispiel die Tanzformation der Schwäne, nicht agieren, wie auch auf nebenstehendem Foto zu sehen ist. Sehr, sehr beeindruckend, ja hinreißend Odette-Odilie (Ekaterina Baibaeva) und Prinz Siegfried (Artem Vedenkin) eigentlich in jeder Szene, besonders natürlich im Pas de deux, einem Adagio von größter Hingabe und tiefster Ausdruckskraft, technisch höchstfordernd getanzt. Hier muss sprachliches Pathos her, um der Szene gerecht werden zu können.

Gleiches gilt für das Pas de deux im zweiten Akt, der viele tänzerische Höhepunkte zu bieten hat.

Der Inhalt des Stückes ist schnell erzählt: Der böse Zauberer hält in einem See 14 schöne Mädchen, hier verzaubert zu Schwänen, gefangen, darunter auch die Schwanenkönigin Odette. Der Prinz, sie sehend, nachts werden die Schwäne wieder zu Mädchen, verfällt sofort in unglaubliche Liebe, die den Zauber des bösen Zauberers aber auf immer vernichten würde. Also bietet dieser dem Prinzen seine Tochter, in Gestalt der Odette, an. Flugs verfällt der Prinz ihr. Die Schwanenkönigin wankt nun in ihrer Gegenliebe, verzeiht jedoch endlich, und alle Schwäne werden durch die Liebe der Beiden gestaltlich entzaubert und wieder auf Dauer zu Mädchen – oh unsägliches Glück.

Also inhaltlich etwas leicht. Doch wie auch immer, der Zauber dieser Vorstellung lag ganz im Rausch der Gefühle, den Tanzkunst, Musik, Glanz und Ästhetik der Aufführung vermittelten. Dafür gab’s viel Beifall, auch zwischendurch.