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Mitarbeiter gefährdet: Zweibrücker Tafel schließt

Mitarbeiter gefährdet : Zweibrücker Tafel schließt

Die Maßnahme dient dem Schutz der ehrenamtlichen Helfer, die meist über 70 Jahre alt sind.

„Wir würden gerne unsere Kunden versorgen, aber wir haben uns entschieden, nur noch diese Woche zu öffnen“, erklärt Annette Peetz von der Zweibrücker Tafel nach einem Krisengespräch mit ihren ehrenamtlichen Helfern am Dienstagabend. Jeden Donnerstag versorgt der Verein mit über 40 ehrenamtlichen Helfern bedürftige Menschen. An diesem Donnerstag findet vorerst bis zum 16. April die letzte Ausgabe statt (wir berichteten kurz).

Und selbst diese fällt anders aus als sonst. Zum Schutz der Helfer und Empfänger werden lediglich mit einem kleinen Helferteam die gespendeten Lebensmitteltüten ausgegeben, die im Rahmen der Spendenaktion bei Edeka und Rewe zusammengekommen sind. Die sollen zudem außen über eine Theke gereicht werden, um den nötigen Abstand einzuhalten.

Die Entscheidung, die Tafel in den nächsten Wochen zu schließen, ist dem Team nicht leicht gefallen. Bis zuletzt konnte der Betrieb Dank der unterstützenden Firmen, die sich selbst im Corona-Chaos noch die Zeit genommen haben, die Lebensmittel für die Tafel zu richten, dem gewohnten Gang nachgehen. Doch die steigenden Infektionszahlen in der Region lassen keine andere Option. Fast alle ehrenamtlichen Helfer sind über 70 Jahre alt und fallen somit selbst in die Risikogruppe. Auch das Einhalten des benötigten Abstandes ist im Tafel-Alltag kaum umsetzbar. „Das möchte ich für keine Seite verantworten“, erklärt Annette Peetz die Entscheidung der Tafel.

Auch über die Möglichkeit, die Lebensmittel auszufahren, hat Annette Peetz kurz nachgedacht. Doch das sei aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Seit es die Tafel in Zweibrücken gibt, werde strikt darauf geachtet, dass mit der Datenerhebung der Bedürftigen diskret umgegangen wird. Lediglich die Person, die die Bedürftigkeit prüft, kennt die Anschrift der Empfänger. Auf dem Ausweis, den die Menschen zum Erhalt der Lebensmittel bekommen, ist daher lediglich der Name vermerkt, nicht aber die Anschrift, der Beruf, das Einkommen oder andere Dinge, die alleine schon aus gegenseitigem Respekt keine Rolle spielen sollten. Und diese Anonymität zum Schutz der Empfänger, soll nun auch nicht aufgelöst werden.

Annette Peetz bedauert die vorübergehende Schließung der Zweibrücker Tafel. Foto: Cordula von Waldow

Auch die Tatsache, dass alle Lebensmittel dann nochmals durch mehrere Hände gingen, sei keine gute Option, wie das Team der Tafel findet. Ihren „Kunden“ kann Annette Peetz darum nur einen Tipp an die Hand geben, um die für alle schwierige Zeit zu überbrücken: „Klug haushalten“. Und vielleicht geht es nach dem 16. April ja auch wieder wie gewohnt weiter – das hofft zumindest das Team der Zweibrücker Tafel.