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Vereine bieten Botenservice für ältere Mitbürger an

Vereine der Region bieten Botenservice für ältere Mitbürger an : Überwältigende Hilfsbereitschaft junger Leute

Immer mehr Vereine bieten einen Botenservice für ihre Mitbürger an, die nicht mehr aus dem Haus gehen können.

Corona-Partys, Gruppen von Jugendlichen, die sich an den Einöder Windrädern versammeln – in den Sozialen Medien schlägt die Empörung über uneinsichtige junge Menschen hohe Wellen. Dabei wird oft vergessen, dass sich zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene vorbildlich für Alte und Kranke einsetzen. Darunter sind auch viele Mitglieder von Zweibrücker Vereinen. Sie bieten einen Einkaufsservice an oder erledigen Botengänge für Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen können oder möchten.

Ein paar von ihnen möchte der Pfälzische Merkur stellvertretend für die große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung vorstellen. Lea Pottgiesser von den Hengstbacher Straußbuben und -mädels ist eine dieser Helden des Alltags. „Ich gehe selbst für meine Oma einkaufen“, berichtet sie, „wir haben uns im Verein Gedanken gemacht, dass in unserem Dorf ja viele ältere Leute wohnen. Dann kam uns spontan die Idee mit dem Einkaufsservice.“ Die Helfergruppe besteht im Moment aus 25 Personen. Am vergangenen Wochenende haben sich bereits drei Menschen gemeldet.

Unter dem Motto „Wir helfen uns gegenseitig“ bringt auch der Sportverein Battweiler den Menschen, die zu Hause bleiben, die Einkäufe an die Haustür.

Die SG Bechhofen/Lambsborn geht noch einen Schritt weiter. Neben Einkäufen und Botengängen bietet Vereinsmitglied Jörg Ulrich, der einen Hausmeisterservice betreibt, den betroffenen Bürgern an, Arbeiten rund ums Haus unentgeltlich zu erledigen.

Von ihren Fußball-Kameraden aus Battweiler und Lambsborn ließen sich auch die Mitglieder der SG VB Zweibrücken - SV Ixheim mitreißen. „Wir haben das eine super Idee gefunden“, sagt Peter Raje, „die älteren Leute haben für uns viel getan, jetzt tun wir etwas für sie.“ Noch haben sie auch bei der SG nicht allzu viele Anrufe, doch das könne sich schnell ändern, so Raje. Dann wollen die Fußballer vorbereitet sein. Im Moment werden die Hilfsangebote vor allem in den sozialen Medien geteilt. Doch die SG will auch Flyer drucken und sie in den Geschäften verteilen.

Sämtliche oben genannte Vereine bieten einen Einkaufsservice für Lebensmittel und Medikamente aus der Apotheke an, ebenso Botengänge, zum Beispiel zur Post – und wenn der Hund ausgeführt werden muss, ist das auch kein Problem für die Vereinsmitglieder. Die Lieferung der Lebensmittel erfolgt kostenlos, die Lebensmittel selbst müssen natürlich bezahlt werden.