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Not-Hospital im Evangelischen Krankenhaus in Zweibrücken

Corona-Krise : Not-Hospital im Evangelischen Krankenhaus

Das in weiten Teilen leerstehende Gebäude soll für den Notfall bereitgehalten werden.

Während in der Stadt das Leben wie eingefroren scheint, wird in den bisher leerstehenden Etagen des Evangelischen Krankenhauses eifrig gewerkelt. Hier soll möglichst schnell wieder die technische und räumliche Infrastruktur einsatzbereit sein, um dort eines von vier in der Südwestpfalz geplanten Notfall-Krankenhäusern einzurichten.

Strom, Wasser und Heizung funktionieren bereits wieder, sagte Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza am Montagnachmittag. „Das THW räumt gerade auf“, eine Spezialfirma säubert die Leitungen der Sauerstoff-Versorgung. Der aktuelle Eigentümer des Gebäudes, die Helexier GmbH aus Luxemburg, sei informiert und habe „keine Bedenken“, ebenso wenig die Diakonissen Speyer-Mannheim, die bis Ende des Jahres ein Nießbrauchrecht an dem Gebäude haben. Und auch die Brandschutz-Mängel, die seinerzeit mit zur Schließung des Evangelischen Krankenhauses beigetragen hatten, seien in der aktuellen Situation kein Problem.

Wieder hergerichtet wird nicht das komplette Krankenhaus, sondern lediglich eine Station. Die soll dann mit schätzungsweise 50 bis 70 Betten ausgestattet werden, sagt Bürgermeister Christian Gauf. Diese Betten hat die Stadt allerdings bisher noch nicht. Deshalb wurde bereits am Dienstagmorgen ein Aufruf veröffentlicht: Wer im Haushalt nicht benötigte Pflegebetten hat, etwa weil der Verwandte, der darin in den heimischen vier Wänden gepflegt wurde, vor kurzem verstorben ist, möge sich beim DRK melden. Kontakt: (0 63 32) 97 13 20 oder per E-Mail über coronahilfe@kv-swp.drk.de . Man wolle die Station „sukzessive füllen“, sagte Wosnitza. Zweibrücken sei „in einer relativ komfortablen Lage“, eine Immobilie wie das Krankenhaus zur Verfügung zu haben; andere Kommunen müssten bei der Suche nach Ausweich-Unterkünften auf Turnhallen zurückgreifen.

Auf welche personellen Ressourcen im Fall der Fälle zurückgegriffen werden kann, soll erst im nächsten Schritt geklärt werden. Da werde man in Kooperation mit Hilfsorganisationen, Krankenhäusern in der Region und den niedergelassenen Ärzten nach Lösungen suchen. Schwere Corona-Fälle aus dem benachbarten Frankreich zu übernehmen, ist laut Wosnitza momentan keine Option. Die bräuchten in der Regel „invasive Beatmung“, die im Evangelischen Krankenhaus derzeit nicht zu gewährleisten sei.

Unterdessen hat Zweibrücken seinen vierten bestätigten Corona-Fall und testet weiter in der Corona-Ambulanz auf dem Parkplatz des Nardini-Klinikums. Dieses Angebot soll laut Wosnitza bei steigendem Bedarf ausgeweitet werden. Und zwar zunächst mithilfe der niedergelassenen Ärzte. In einigen Praxen sollen als „Satelliten“ der Ambulanz weitere Testmöglichkeiten geschaffen werden.

Gute Nachricht am Rande: Der Kranbauer Tadano hat für das Nardini 150 Schutzanzüge zur Verfügung gestellt, TLT Turbo 3000 Masken. Kubota und John Deere überprüfen derzeit laut Wosnitza, was sie geben können.