Mehr Menschen ohne Job

Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen in der Region gestiegen ist, sieht der Leiter der Arbeitsagentur Westpfalz, Hans-Joachim Omlor, keine Krise. Vielmehr sei es „ein Schritt zur Seite“.

In der Westpfalz waren im vergangenen Jahr im Durchschnitt rund 19 500 Menschen ohne Arbeit. Das sind 850 mehr als im Jahr 2012. Die Arbeitslosenquote im Bereich der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, zu dem auch die Stadt Zweibrücken gehört, stieg von 6,8 auf 7,1 Prozent. In Zweibrücken stieg die Quote von 7,4 auf 7,9 Prozent, im Landkreis Südwestpfalz von 4,6 auf 4,9 Prozent. "2013 war dennoch kein Krisenjahr", sagte der Leiter der Agentur, Hans-Joachim Omlor.

"Es war ein Schritt zur Seite", beschrieb Omlor die Situation. So habe es bei der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gesamtbezirk nur wenig Veränderung gegeben. Ende Juni gab es ein Minus von 0,3 Prozent. Wobei sich die Situation in den Städten und den Landkreisen der Westpfalz ist die Situation unterschiedlich darstellt. So stieg in Zweibrücken die Zahl der Beschäftigten um 0,7 Prozent, im Kreis Südwestpfalz sank die Zahl um 0,8 Prozent, in Pirmasens blieb sie etwa gleich.

Zwei Probleme machte die Arbeitsverwaltung für den Gesamtbezirk aus. Zum einen seien rund drei Viertel der Arbeitslosen längere Zeit ohne Beschäftigung. Zum anderen würde die Zeit von der Meldung einer freigewordenen Stelle bis zur Neubesetzung immer länger. Seien es 2011 noch 61 Tage gewesen, waren es im vergangenen Jahr 75 Tage. "Es ist immer schwieriger, Fachkräfte zu finden", sagte Omlor. Das gelte nicht nur im Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe, sondern auch für die Metallberufe. Omlor stellte die "längere Vakanzzeit" der Zahl der Arbeitslose gegenüber und folgerte: "Da haben wir Potenzial." Hier müssten die Unternehmen "Kompromisse eingehen". So beim Wiedereinstieg von Frauen ins Berufsleben, bei älteren Beschäftigten oder bei benachteiligten Personen.

Dabei können die Unternehmen auf die Unterstützung der Arbeitsverwaltung zählen. "Die Qualifizierung steht neben der Ausbildung im Fokus der Arbeit in diesem Jahr", sagte Omlor. So gebe es Förderprogramme zur beruflichen Weiterbildung (2,8 Millionen Euro), zur Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer im Unternehmen (1,7 Millionen Euro) und zur Flankierung des Strukturwandels (3,5 Millionen Euro). Mit den Programmen würden eine "ganzheitliche Betreuung" von länger arbeitslosen Menschen und eine stärker gewerbeorientierte Ausrichtung bei der Ansprache von Arbeitgebern angestrebt.

Angesichts der verhaltenen konjunkturellen Entwicklung erwartet Omlor in der Westpfalz 2014 keine Trendwende. Bei weiter stagnierender sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sei kein merklicher Beschäftigungsaufbau vorherzusehen. Neuansiedlungen wirken sich vermutlich erst 2015 aus. Die Schulabgängerzahlen seien weiter rückläufig und damit werde die Besetzung der Ausbildung schwieriger.