1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Der Mann mit der spitzen Feder ist tot

Der Mann mit der spitzen Feder ist tot

Der in Zweibrücken geborene Kabarettist Klaus Peter Schreiner ist mit 86 Jahren im hessischen Walluf gestorben. Viele Jahre lang zeichnete er als Hausautor der Münchner Lach- und Schießgesellschaft verantwortlich und prägte „Klimbim“.

Der wohl wichtigste Autor, den die Rosenstadt in den vergangenen Jahrzehnten hervorgebracht hat, ist tot. Klaus Peter Schreiner ist am Dienstag im Alter von 86 Jahren in einem Pflegeheim im hessischen Walluf gestorben (wir berichteten bereits gestern kurz). Schreiner war viele Jahre lang Hausautor der renommierten Münchner Lach- und Schießgesellschaft - von 1958 bis 2002 war er der wichtigste Autor für diese kabarettistische Top-Adresse. Doch wirkte der gebürtige Zweibrücker nicht nur hinter den Kulissen; etwa für die damals populäre Reihe "Klimbim" trat er auch vor die Kamera.

In einem Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur blickte der Künstler 2013 zurück. Seine Kindheit sei behütet gewesen. Er wuchs am Eitersberg auf. Doch dann wurde das elterliche Haus im Zweiten Weltkrieg ausgebombt, die Familie musste umziehen - zuerst in die Sundahlstraße, weitere Umzüge innerhalb der Stadt folgten. Er absolvierte das französische Zentralabitur und wollte anschließend (1949) Chemie in Mainz studieren. Die Betonung liegt auf "wollte". Denn in der Landeshauptstadt wurde der junge Mann von der Muse geküsst: Nach gerade einmal drei Semestern warf Schreiner hin - nachdem er an der Uni eine Vorstellung des Kabarettisten Hanns-Dieter Hüsch besucht hatte. Schreiner fiel es wie Schuppen vor den Augen: "Eigentlich war mir direkt klar: Das musst du auch versuchen", erinnerte er sich. Der junge Mann entschied sich, in München Theaterwissenschaften zu studieren - eine Stadt, die sozusagen kabarettistisch vorbelastet ist", sagte er damals im Gespräch mit unserer Zeitung.

Schritt für Schritt machte sich Schreiner in der Kabarett-Szene einen Namen und etablierte sich schließlich bundesweit als Autor und Fernsehdarsteller. Gemeinsam mit Dieter Hildebrandt gründete er "Die Namenlosen" - ein Ensemble, aus dem sich später die "Münchner Lach- und Schießgesellschaft" entwickelte.

Die Karriere verlief rasant, es folgten Sendungen wie "Klimbim", die Schreiner mitprägte. Daneben schrieb er mehrere Bücher, unter anderem das 1988 veröffentlichte "Ins Schwarze geschrieben".

Für sein künstlerisches Schaffen wurde der gebürtige Zweibrücker mit zahlreichen Preisen bedacht, etwa mit dem "Ernst-Hoferichter-Preis" für "Originalität mit Weltoffenheit und Humor" dem "Bayrischen Kabarettpreis" und der Medaille "München leuchtet". Er war zudem Ehrenpreisträger des Landes Rheinland-Pfalz beim Deutschen Kleinkunstpreis.

Groß war das Medienecho, als Schreiners Gattin Petra Westphalen-Schreiner seinen Tod bekanntgab. Der "Deutschlandfunk" etwa nannte ihn "die graue Eminenz des Kabaretts" und würdigte ihn als "einen der geschliffensten Satiriker" der Republik.