Glosse : Notizen im Smartphone

Früher schrieben Menschen sich Zettel, um sich selbst an etwas zu erinnern. Die gingen zwar meistens auch verloren, aber dennoch war das Konzept übersichtlich – verglichen mit heute.

Denn nun kann jemand sich etwas auf Papier notieren, gleichzeitig aber noch selbst per Mail schicken und sich eine Notiz auf dem Smartphone machen. Danach aber vergisst er das Thema oft komplett, denn es ist für ihn mit dem Notieren bereits abgehakt. Oder wie es neudeutsch heißt: aus dem Hirn outgesourct. Nur manchmal stößt der Betreffende später auf seine eigenen Notizen. Dann weiß er, was er hätte einkaufen und wen er hätte anrufen sollen. Oder er grübelt über Stichworte, die ihm früher klar, nun aber völlig unverständlich erscheinen: Was wollte er sich nur damit sagen? Und leider fällt bei den Mails oder Smartphone-Notizen auch die beliebte Ausrede weg: „Ich kann meine Schrift nicht mehr lesen.“ Ungeklärt ist allerdings, ob der Menschheit dadurch viele wertvolle Ideen verloren gehen. Oder ob ihr noch mehr Blödsinn erspart bleibt. Und diese Glosse wollte diese große Frage des Daseins zwar eigentlich beantworten, doch im Smartphone steht dazu nur die Notiz: Pointe!