Künftig mehr Kunst von der Generation 30 plus

Künftig mehr Kunst von der Generation 30 plus

Einöd. Nach 20 Jahren sollte es einen Generationenwechsel geben. So wollte es Mathias Beck und er entschied sich dafür, die Verantwortung für die Galerie, die seinen Namen trägt, unter dem Dach seines Unternehmens komplett auf einen anderen zu übertragen. Und so stellt der neue Galerie-Leiter Christopher Naumann gleich zu Anfang klar: "Ich habe freie Hand, was das Programm angeht

Einöd. Nach 20 Jahren sollte es einen Generationenwechsel geben. So wollte es Mathias Beck und er entschied sich dafür, die Verantwortung für die Galerie, die seinen Namen trägt, unter dem Dach seines Unternehmens komplett auf einen anderen zu übertragen. Und so stellt der neue Galerie-Leiter Christopher Naumann gleich zu Anfang klar: "Ich habe freie Hand, was das Programm angeht." Der 30-Jährige betont zugleich, dass er zwar neu bei Beck sei, aber nicht bei Null anfange. "Ich gehe in eine bestehende Galerie hinein", was so viel heiße, dass das stets "dogmatisch undogmatische" Programm, sprich die Vielfalt der Kunstrichtungen der Moderne, auch ihn verpflichte. Ausgeschlossen sei aber nicht, den Kreis programmatisch zu erweitern. "Um meine Generation, die Generation 30 plus", merkt er an. "Es soll sichtbar sein, dass ein Wechsel stattfindet."So jung-dynamisch das klingen mag - Christopher Naumann, der gerade seine Doktorarbeit über das Verhältnis von privaten Sammlern und Museen abschloss, hat seine Erfahrungen in der Mainzer Galerie Dorothea van der Koelen gemacht. Zwar ist das Ausstellungsprogramm für das kommende Jahr weitgehend fix, doch die bereits geplanten sechs Ausstellungen sind von ihm mitgeprägt. Der Start mit Burghard Müller-Dannhausen, einem Künstler der Galerie, und Thomas Roesch erfolgt bereits unter seiner Regie. Für Ende 2012 bereitet Naumann eine Gruppenausstellung zum Thema "Licht" vor, an der bis auf den ebenfalls zum Galeriestamm gehörenden HBK-Absolventen Markus Koeck Galerieneulinge teilnehmen. Die Malerin Nikola Jentsch, die bereits im Saar-Künstlerhaus ausstellte, bekommt ein Solo in der Galerie in Einöd und den ebenfalls von der Galerie bespielten Standorten im Haus der Saarländischen Unternehmensverbände in Saarbrücken und der Hochschule für Musik.

Begleiter jeder Schau sind die Kataloge der neuaufgelegten Reihe "Offen sichtlich"; die im galerieeigenen Verlag Beck & Naumann erscheinen. Sie sollen für Künstler und Besucher "einen Mehrwert schaffen". Das gelte auch für die geplante Zusammenarbeit mit zwei Partnergalerien in Mainz und Landau, die von ehemaligen Studienkolleginnen geleitet werden. So wird Burghard Müller-Dannhausen auch in Landau zu Gast sein. Dazu passt der Plan, Volontariate für junge Kunsthistoriker anzubieten, worin gerade im Galeriebetrieb Nachholbedarf bestehe, weiß Christopher Naumann. Auch das gehört für ihn zum Selbstverständnis als Galerist: "Wir wollen Position beziehen."

Ausstellung von Burghard Müller-Dannhausen und Thomas Roesch: 29. Januar bis 9. März. Vernissage: 28. 1., 18.30 Uhr.Foto: privat

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