Wie das Smartphone Handel und Wirtschaft umkrempelt

Wie das Smartphone Handel und Wirtschaft umkrempelt

Banken und Handel müssen am schnellsten auf die Digitalisierung und rasant wachsende Online-Angebote reagieren. Das fordert der Saarbrücker Wirtschaftswissenschaftler Frank Hälsig.

Das Fernsehen hat 38 Jahre gebraucht, um 50 Millionen Nutzer zu erreichen, der Internet-Dienstleister Google Plus ein viertel Jahr. Mit diesem Vergleich verdeutlichte der Wirtschaftswissenschaftler und Professor der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), Frank Hälsig, in welch rasantem Tempo die Digitalisierung mit neuen Angeboten voranschreitet. "Die Digitalisierung beeinflusst das ganze Leben. Die Übertragungsgeschwindigkeiten gehen jetzt schon durch die Decke", sagte Hälsig vor dem Marketingclub Saar. Der Unternehmenswert von Google , Apple , Facebook und Amazon zusammen übersteige den Wert aller 30 Dax-Konzerne.

Stärkste Waffe der digitalen Revolution sei das Smartphone. "33-mal am Tag nutzen wir nach neuesten Untersuchungen das Smartphone, 70 Prozent der Nutzer tun dies sogar überall." Der durchschnittliche Nutzer blicke 221-mal täglich auf das Handy. Besonders der Handel und die Banken müssten schnell reagieren. "57 Prozent der Deutschen können sich jetzt schon vorstellen, mehr online zu bestellen", sagte Hälsig. Marketing-Experten in den Betrieben müssten die Mitarbeiter professioneller darauf einstellen. Wenn etwa ein Kunde online bestellte Ware in einer Filiale abholt, dann sei dies auch eine Chance für die dortige Verkäuferin, ihren Arbeitsplatz zu sichern, indem sie auch auf weitere Produkte in der Filiale hinweist.

Hälsig rät Firmen zur Präsenz auf Facebook , die aber nur von Profis betreut werden solle. Der Handel sei jetzt auch gut beraten, verstärkt Modelle des Bezahlens per Handy einzuführen. Und Banken könnten durch Videoberatungen profitieren. Dies sei kein Gegensatz zur traditionellen Filiale. Beides werde gebraucht.

Verlierer des digitalen Fortschritts könne die klassische Autoindustrie werden, sagte Hälsig. Umfragen zufolge seien jetzt schon besonders viele Einwohner von Indien, China und Brasilien bereit, auf ein autonom fahrendes Auto umzusteigen, wenn dies von Google produziert wird.