1. Nachrichten
  2. Politik

Attentäter von Paris hatte 20 verschiedene Identitäten

Attentäter von Paris hatte 20 verschiedene Identitäten

Der vor zwei Wochen in Paris erschossene islamistische Attentäter ist den Ermittlern zufolge ein aus Tunesien stammender Einzeltäter. Mehrere Hinweise auf ein islamistisches Netzwerk hätten sich nicht bestätigt, sagte gestern der Chef des Landeskriminalamtes (LKA) NRW, Uwe Jacob, in Düsseldorf . Der Angreifer - der zeitweise als Asylbewerber in Recklinghausen lebte - sei inzwischen anhand seiner Fingerabdrücke als 24 Jahre alter gewordener Tunesier Tarek B. identifiziert worden.B. sei bereits 2011 nach Rumänien eingereist und nach Tunesien abgeschoben worden.

Er habe in sieben europäischen Ländern Asylanträge gestellt, 20 verschiedene Identitäten vorgetäuscht und sei straffällig geworden. 2014 kam er nach Recklinghausen. In NRW verbüßte er auch eine einmonatige Freiheitsstrafe. In Deutschland war er unter dem Namen Walid S. registriert. Das Ergebnis der DNA-Analyse stehe allerdings noch aus.

Das LKA hatte in dem Fall gestern erneut zahlreiche Objekte durchsucht und dabei auch das Umfeld des Mannes überprüft. Er war am 7. Januar, ein Jahr nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo", in Paris auf zwei Polizisten zugelaufen, hatte "Allah ist groß" gerufen und ein Schlachterbeil gezogen. Die Beamten erschossen ihn.

Jacob kritisierte die europäische Asyl-Datenbank Eurodac. Sie gehöre auf den Prüfstand. Der Polizei müssten alle verfügbaren Daten zur Verfügung gestellt werden, um umherreisende Straftäter erkennen zu können, sagte der LKA-Chef. Bislang würden nicht einmal die Personalien mitgeteilt.