Schnäppchen-Portale verraten nicht alles

Schnäppchen-Portale verraten nicht alles

Sie sind nützlich und sehr beliebt: Preisvergleichs- und Bewertungsportale im Internet. Potenzielle Käufer sollten aber nicht zu unkritisch damit umgehen, sagen Verbraucherschützer und weisen auf mögliche Probleme hin.

Preisvergleichs- und Bewertungsportale im Internet wollen Orientierung bei der Suche nach günstigen und guten Produkten oder Dienstleistungen bieten. Ob für einen neuen Fernseher oder für den nächsten Hotelbesuch - für fast alles Erdenkliche findet man im Netz mittlerweile Preisvergleichsdienste und zahllose von Nutzern eingestellte Bewertungen. Aber die Seiten bergen auch "Fallstricke". Was man wissen sollte, erläutert Christian Gollner, Rechtsreferent bei der Verbraucherzentrale (VZ) Rheinland-Pfalz in Mainz.

Internet-Vergleichsportale bilden nicht immer die Angebote aller Anbieter ab. Daher ist es ratsam, bei der Schnäppchensuche möglichst mehrere Preisvergleichsdienste nebeneinander zu nutzen, sagt der VZ-Fachmann.

Das günstigste Angebot steht nicht immer unbedingt an erster Stelle. Es ist vielmehr damit zu rechnen, dass auf dem ersten Platz der Ergebnisliste gekaufte Werbung platziert ist. Diese passt zwar genau zur Suchanfrage, bietet aber nicht unbedingt den billigsten Preis. Mit dem Verkauf solcher Werbeflächen können die Anbieter ihre Portale finanzieren, erläutert Gollner.

Überraschende Zusatzgebühren

Bei der Buchung von Flügen und Reisen können im letzten Schritt einer Online-Bestellung überraschende Zusatzgebühren den Gesamtpreis noch deutlich erhöhen. An dieser Stelle sollten Verbraucher besonders wachsam sein, meint der VZ-Experte.

Falsche Bewertungen sind nicht auszuschließen, denn Unternehmen können verführt sein, selbst sehr positive Äußerungen zu den eigenen Produkten als angebliche Verbraucherbewertung einzustellen. Außerdem können sie Konkurrenten bewusst schädigen, indem sie deren Leistungen schlecht bewerten. Sehr positiven oder sehr negativen Bewertungen sollte man daher mit Skepsis begegnen, empfiehlt Gollner. Vorsicht ist auch bei gleich lautenden Bewertungen in unterschiedlichen Portalen geboten. Wer hinter einer Bewertung im Netz eine Fälschung vermutet, sollte dem Portalbetreiber den Eintrag melden. Anbieter bemühten sich zwar, Fälschungen herauszufiltern, doch könne die missbräuchliche Verwendung von Bewertungsportalen derzeit nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden.

"Je mehr Bewertungen man auf unterschiedlichen Portalen liest, desto schärfer wird das Bild", bilanziert Gollner. Er rät Verbrauchern, zur eigenen Absicherung als Ergänzung auch die Angebote und Aktionen in den Online-Shops der Hersteller, Reiseveranstalter, Hotels und Mobilitätsdienstleister zu nutzen.