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Fußball-Bundesliga
Veh glaubt nicht wirklich an ein „Superwunder“

Der neue Geschäftsführer des 1. FC Köln, Armin Veh, hat gestern seine Arbeit aufgenommen. Köln ist abgeschlagen Tabellenletzter.
Der neue Geschäftsführer des 1. FC Köln, Armin Veh, hat gestern seine Arbeit aufgenommen. Köln ist abgeschlagen Tabellenletzter. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Köln. Der neue Geschäftsführer des Bundesliga-Schlusslichts 1. FC Köln nimmt seine Arbeit auf und will bereits den Neuanfang in der 2. Liga planen.

Armin Veh wählte seine Worte mit Bedacht, mit Durchhalteparolen hielt sich der neue Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln erst gar nicht auf. „Ich bin nicht blauäugig, ich weiß, dass wir sehr viel Arbeit haben“, sagte Veh bei seiner Vorstellung gestern: „Hätten wir gegen Freiburg gewonnen, hätten wir noch eine kleine Chance gehabt. Ich möchte sie nicht in Prozent betiteln. Normalerweise musst du jetzt anders planen. So werde ich die Arbeit auch anfangen.“


Veh wirkte nicht niedergeschlagen – im Gegenteil: Er strahlte Ruhe und Souveränität aus. Er freue sich auf die Aufgabe beim abgeschlagenen Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga und habe unzählige Nachrichten von Freunden und Bekannten erhalten, sagte er: „Ich bin 27 Jahre Trainer gewesen. Ich wollte etwas anderes machen und den Trainerjob hinter mir lassen. Es ist ein Job, von dem ich glaube, dass ich mehr verändern kann.“

Doch der 56-Jährige sprach auch die Fakten schonungslos an. Spätestens nach dem dramatischen 3:4 gegen den direkten Konkurrenten SC Freiburg am Sonntag ist der Abstieg wohl nicht mehr zu vermeiden – auch wenn noch 19 Spiele zu absolvieren sind und erst im Mai die große Europa-League-Party in Köln gefeiert worden war.



„So schnell kann man etwas kaputtmachen. Aber das ist Sport“, sagte Veh: „Wenn es nicht so sein sollte, dass ein großes Wunder passiert, dann fangen wir in der 2. Bundesliga an. Und dann müssen wir eine Mannschaft auf dem Platz haben, die sofort diese Favoritenrolle annimmt.“ Sollte es mit dem Klassenverbleib trotz der historisch schlechten Saison mit bislang nur drei Punkten doch etwas werden, wäre das ein „Superwunder“, meinte Veh, der die Nachfolge des im Oktober zurückgetretenen Jörg Schmadtke antritt: „Das würde mich natürlich viel mehr freuen, wenn wir in der Liga bleiben würden. Aber ich bin realistisch, was das angeht.“

Spätestens in der Winterpause müssen Entscheidungen her – und Veh ist gefordert. Ist Stefan Ruthenbeck tatsächlich nur eine Interimslösung auf der Trainerposition? Wenn ja – wer wird sein Nachfolger? Welche Spieler kommen? Wer würde bei einem Abstieg überhaupt bleiben? Diese Frage wird sich auch Nationalspieler Jonas Hector aus Auersmacher stellen müssen. Erster Ansprechpartner ist nun Armin Veh.