| 21:12 Uhr

Fußball-Bundesliga
Nagelsmann kann die Fragen nicht mehr hören

Ist genervt: Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann soll sich ständig zu seiner Zukunft äußern.
Ist genervt: Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann soll sich ständig zu seiner Zukunft äußern. FOTO: Peter Steffen / dpa
Sinsheim. 1899 Hoffenheim steckt in einem Tief, seit der Trainer mit Wechselgerüchten konfrontiert wird. Am Samstag geht’s zum BVB.

Julian Nagelsmann grinste, aber es wirkte gespielt. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim ist genervt – weil er Tag für Tag, Woche für Woche die gleiche Frage beantworten muss. „Ich kann mir gerne ein Klebeband mit KK auf die Stirn kleben: Kein Kontakt“, sagte der 30-Jährige auf die Nachfragen zu den anhaltenden Gerüchten über einen bevorstehenden Wechsel im Sommer zu Borussia Dortmund.



„Es ändert sich nicht alle zwei Tage. Vor zwei Tagen habe ich schon gesagt, ich habe keinen Kontakt“, erklärte Nagelsmann, der als eines der größten Talente auf dem Trainermarkt gilt. Und die Posten bei den Branchenriesen Dortmund und Bayern München sind für die kommende Saison noch nicht besetzt. Zu allem Überfluss bestätigte TSG-Mehrheitseigner Dietmar Hopp gestern Abend indirekt die Spekulationen über eine Ausstiegsklausel des Trainers.

Kein Wunder, dass mehr über dessen Zukunft gesprochen wird als über sein wenig konstantes Team, das am Sonntag bei Hannover 96 mit 0:2 verlor. Da Hoffenheim nach dem Heimspiel morgen gegen den VfB Stuttgart (18.30 Uhr) am Samstag in Dortmund antritt, werden die Fragen nicht weniger.

Dabei wirkt die TSG seit dem Aufkommen der Gerüchte um Nagelsmann anfällig. Schon im September hatte der Trainer mit einem Interview aufhorchen lassen, in dem er von einem späteren Job bei den Bayern träumte – in München baut Nagelsmann auch ein Haus für seine Familie. Es folgte im Oktober ein Tief seiner Mannschaft. Auch mit dem frühen Aus in der Europa League waren Hoffenheim und sein Trainer alles andere als glücklich.

Ob Nagelsmann zu halten sein wird, scheint trotz eines Vertrags bis 2021 fraglich. Nun sorgten erneut mehrere Medienberichte für Aufregung, nur nicht bei Nagelsmann. Sie alle hatten rund um die Präsentation von Peter Stöger als Nachfolger von Peter Bosz beim BVB auch Nagelsmann als mögliche Dauerlösung ab der kommenden Saison genannt.



Klarer scheint dagegen die Situation von Angreifer Sandro Wagner zu sein. Der Nationalspieler fehlte in Hannover erneut im Kader der Kraichgauer, offiziell mit Adduktorenproblemen. Doch der Winterwechsel des 30-Jährigen zu Bayern München zeichnet sich immer mehr ab. Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge bestätigte das Interesse. Es geht offenbar nur noch um die Höhe der Ablöse, die der FC Bayern zu zahlen bereit ist.