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TG Saar setzt auf Teamgeist

TG Saar setzt auf Teamgeist

Das Projekt „vierter Stern“ ist in der heißen Phase: An diesem Samstag greifen die Turner der TG Saar in Ludwigsburg nach dem vierten deutschen Meistertitel. Teamgeist ist gegen Straubenhardt der größte Trumpf.

Um Punkt 11 Uhr startet an diesem Samstag der Bus mit den Turnern der TG Saar an der Sporthalle West in Dillingen - und damit auch die heiße Phase des Projekts "vierter Stern". Sieben Stunden später wird der deutsche Vizemeister in der Ludwigsburger MHP-Arena gegen Meister Straubenhardt um den Titel kämpfen und versuchen, sich für die 20:49-Schlappe vom Finale 2015 zu revanchieren.

Drei Goldmedaillen durfte die Turngemeinschaft in der 42-jährigen Vereinsgeschichte feiern. Das Gros der aktuellen Riege tat dies 2012 nach dem Final-Sieg gegen Straubenhardt auf der Rückfahrt von Berlin ausgiebig. Und weil das so viel Spaß gemacht hat, würden Eugen Spiridonov und Co. die Bus-Gaudi gerne wiederholen. Wenn da nur nicht Partyschreck Straubenhardt wäre.

Das mit fünf Olympiateilnehmern gespickte Staraufgebot um Marcel Nguyen und An dreas Bretschneider wird im Finale der Deutschen Turnliga (DTL) alles tun, um dem Erzrivalen in die Meistersuppe zu spucken. "Wir gehen als Außenseiter rein und haben nichts zu verlieren. Also voller Angriff", sagt Felix Remuta und freut sich auf sein erstes Bundesliga-Finale. "Im letzten Jahr war ich nur als Fan dabei. Diesmal werde ich mit der TG Saar um den Titel turnen - einfach toll", schwärmt der 18 Jahre alte Neuzugang und zweitbeste Punktesammler der TG.

Besser war nur Liga-Topscorer Oleg Wernjajew. "Mein Wettkampf-Jahr war echt hart, aber im Finale werde ich noch einmal alles geben", verspricht der Barren-Olympiasieger und sieht sein Team nicht chancenlos. "Jeder Wettkampf fängt bei null an", meint auch Eugen Spiridonov, der 2012 erlebte, wie die KTV in Rückstand geriet und die Nerven verlor. Ausganglage damals wie heute: Teamgeist gegen Weltklasse. "So ist das immer, wenn wir auf den FC Bayern im Turnen treffen. 2012 hat es geklappt, 2015 nicht", sagt der TG-Vorsitzende Thorsten Michels.

Und diesmal? Michael Steinmetz sieht Vorteile am Boden und am Sprung. "Am Pauschenpferd sind wir gleich stark. An den Ringen und am Barren haben die wohl die Nase vorn. Sollten wir vor dem Königsgerät, dem Reck, noch vorne liegen, ist alles drin", sagt der TG-Saar-Kampfrichter und rät zur Wiederholung der Taktik von 2012: "Wir müssen sie sofort unter Druck setzen. Wichtig ist, dass wir ruhig bleiben."

Im Finale 2015 sei er zu nervös gewesen, erinnert sich Waldemar Eichorn. "Wir gingen es zu verbissen an, wollten alles erzwingen. Das ging schief. Diesmal werden wir es anders machen", sagt der deutsche Meister am Pauschenpferd.

Dschamal Mergen schaute vor einem Jahr in Karlsruhe nur zu. "Ich bin aufgeregt, weil es um den Titel geht", sagt der 19 Jahre alte Athlet vom TV St. Ingbert, der in seiner ersten Bundesliga-Saison 14 Punkte sammelte. Sein Final-Einsatz ist ungewiss, doch einen Saisonhöhepunkt hatte er schon - jüngst beim Reck-Duell in Dillingen gegen Fabian Hambüchen . Der Olympiasieger konnte sich mit der KTV Obere Lahn nicht fürs Endturnier qualifizieren, will aber vor Ort Autogramme schreiben und der TG Saar die Daumen drücken. "Straubenhardt ist stärker. Die TG Saar kann als Außenseiter angreifen, aber es wird schwer. Ich wünsche den Jungs Glück", sagt Hambüchen.

Zu den rund 200 Fans aus dem Saarland gehört diesmal auch Nationalturner Ivan Bykov. "Ich kann wegen meiner Kreuzband-Verletzung leider nicht turnen, aber ich werde die Jungs laut anfeuern", verspricht der Pechvogel. Schließlich hat auch er große Lust auf die feuchtfröhliche Heimfahrt im Party-Bus.