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Ronaldo sticht Ribéry aus

Ronaldo sticht Ribéry aus

Cristiano Ronaldo ist Weltfußballer 2013. Der Portugiese setzte sich bei der Fifa-Wahl gegen Franck Ribéry und Lionel Messi durch. Aus deutscher Sicht war es gestern dennoch ein erfolgreicher Abend.

Franck Ribérys Traum vom "Ballon d'Or" bleibt unerfüllt - Cristiano Ronaldo ist zurück auf dem Fußballthron: Der 28-jährige Portugiese von Real Madrid wurde vom Weltverband Fifa gestern zum zweiten Mal nach 2008 zum Weltfußballer des Jahres gekürt. Ribéry, der mit dem deutschen Rekordmeister 2013 fünf Titel gewonnen hatte, ging ebenso leer aus wie Lionel Messi (FC Barcelona). Ronaldo nahm den Preis mit Tränen in den Augen entgegen.

Dennoch triumphierte im edlen Züricher Kongresshaus der deutsche Fußball. Nationaltorhüterin Nadine Angerer wurde als Weltfußballerin des Jahres geehrt, Ex-Bayern-Trainer und Triple-Gewinner Jupp Heynckes sowie Bundestrainerin Silvia Neid sind die Trainer des Jahres. In der Mannschaft des Jahres 2013 stehen in Philipp Lahm und Manuel Neuer zudem erstmals zwei Nationalspieler - zusammen mit dem untröstlichen Ribéry.

Nach seiner überragenden Saison 2012/13 galt der kleine Franzose Ribéry, der immerhin Europas Fußballer des Jahres ist, lange als großer Favorit auf den Goldenen Ball. Ronaldo gewann keinen Titel, Messi plagte sich mit Verletzungen durch die Saison. "Es ist eine Ehre, überhaupt hier zu sein", sagte Ribéry noch vor der Gala. Dennoch gewann "CR7", der im Kalenderjahr 69 Treffer erzielt hatte. "Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, jedes Jahr ist eine neue Herausforderung und ich versuche immer, mich zu verbessern", sagte Ronaldo. Gegen Spieler wie Messi und Ribéry zu spielen, "macht mich stolz".

Die Fifa stellte klar, dass das Ergebnis nicht durch die fragwürdige Fristverlängerung der Abstimmung begünstigt wurde. Ob Fifa-Chef Joseph S. Blatter nach seiner peinlichen Ronaldo-Parodie zudem auf eine Art Konzessionsentscheidung hingearbeitet hat, um Reals Star nicht gänzlich zu verprellen, bleibt Spekulation.

An der Wahl von Heynckes ging hingegen kein Weg vorbei. Der 68-Jährige, der sich gegen BVB-Trainer Jürgen Klopp und Manchester-Ikone Sir Alex Ferguson durchsetzte, prägte das Fußball-Jahr 2013. Seinem Nachfolger bei den Bayern und Vorgänger als Trainer des Jahres, Pep Guardiola, hinterließ Heynckes, der als Spieler Welt- und Europameister wurde, die derzeit beste Mannschaft der Welt. "Ich freue mich, dass ich meine Karriere mit einer solchen Auszeichnung krönen kann. Das ist etwas, was ich mir vor zehn Jahren nicht erträumt hätte", sagte Heynckes mit leicht brüchiger Stimme. "Man sollte nicht so vermessen sein, zu glauben, dass man den Erfolg alleine beigeschafft hat." Das letzte Jahr "war genau der richtige Zeitpunkt, um zu sagen: Das war's", meinte Heynckes. Klopp sagte: "Ich bin eigentlich nur hier, um Jupp zu gratulieren. Das war die großartigste Trainerleistung."

Großen Anteil an einem großen Titel hatte auch Nationalspielerin Nadine Angerer, die kurz vor der Wahl ihren Wechsel vom australischen Club Brisbane Roar zu den Portland Thorns in die USA bekannt gab. Die deutsche Nummer eins avancierte im EM-Finale im Sommer gegen Norwegen mit zwei gehaltenen Elfmetern zur Heldin. Sie wurde als erste Torhüterin überhaupt und zweite Deutsche nach Birgit Prinz (2003 bis 2005) geehrt. "Ich bin überrascht, stolz und dankbar", erklärte Angerer.

Der Triumph im Finale verhalf zudem Neid zur Auszeichnung. Triple-Gewinner Ralf Kellermann (VfL Wolfsburg) ging leer aus. Neid bedankte sich vor allem bei DFB-Präsident Wolfgang Niersbach für die Unterstützung. "Ich freue mich über die Auszeichnung und sehe sie als Anerkennung für den gesamten deutschen Frauenfußball", sagte sie.