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Konkurrenz fürchtet die neue Finanzkraft der Wölfe

Konkurrenz fürchtet die neue Finanzkraft der Wölfe

Der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg bricht mit der bevorstehenden Verpflichtung von Kevin de Bruyne nach vier mageren Jahren zu neuen Ufern auf. Die Konkurrenz staunt ob der gewaltigen finanziellen Möglichkeiten.

Der VfL Wolfsburg macht ernst. Der Werksclub will für den belgischen Mittelfeldspieler Kevin de Bruyne vom englischen Premier-League-Club FC Chelsea satte 20 Millionen Euro, eventuell mehr, auf den Tisch legen und bläst zum Angriff auf die Champions League. Die Konkurrenz sieht in den Wölfen bereits den neuen Bayern-Jäger Nummer eins.

"Wolfsburg ist schwer im Kommen", sagt Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler: "Mit diesen wirtschaftlichen Möglichkeiten können wir nicht mithalten. Sie haben ja schon im Sommer mit Luiz Gustavo ein Ausrufezeichen gesetzt", ergänzt Völler. Für Gustavo überwies der VW-Club geschätzte 18 bis 20 Millionen Euro an Bayern München.

Der Hamburger Manager Oliver Kreuzer traut den Wölfen die Rolle als neue Nummer zwei zu. "Allein die Einkäufe der vergangenen Monate belegen dies doch: Da kommt Perisic aus Dortmund und Gustavo aus München", sagt Kreuzer. Für Eintracht Frankfurts Manager Bruno Hübner ist Wolfsburg nicht nur wegen des Geldes ein Anwärter für ganz vorn: "Was die sportliche Leistung macht, hat Hand und Fuß."

Sportchef Klaus Allofs selbst bezeichnet die Lobeshymnen der Konkurrenz als verfrüht. "Mir geht das etwas zu schnell. Vor einem Jahr hat der VfL noch gegen den Abstieg gespielt, jetzt sollen wir Bayern und Dortmund angreifen - genau diese Sprünge zwischen den Extremen wollen wir nicht", sagt der 57-Jährige.

Doch die Zeit der Bescheidenheit am Mittellandkanal scheint der 56-malige Nationalspieler beendet zu haben. Hatte sich Allofs mit Beginn seines Dienstantrittes im Herbst 2012 bei Transfers zurückgehalten, schnürt er nach Luis Gustavo nun den zweiten 20-Millionen-Euro-Deal innerhalb von fünf Monaten.

Unterstützung erfährt Allofs bei seinen Großeinkäufen offenbar aus der Chefetage von VW. Europas größer Autobauer will nach vier mageren Jahren endlich zurück in die Erfolgsspur - auch wenn Allofs deshalb keinen Freifahrtschein bekommt: "Natürlich haben wir gute Voraussetzungen, doch auch wir können nicht einfach in die Schatulle greifen. Auch bei uns gibt es Vorgaben, die wir einhalten müssen."

Wie passend, dass sich zum Ende der Hinrunde auch der Erfolg eingestellt hat. Neun Spiele in Folge war das Team von Trainer Dieter Hecking ohne Niederlage und rückte auf Rang fünf vor. Die Champions-League-Plätze sind zum Greifen nah. Das Team hat zudem ein neues Gesicht erhalten. Im offensiven Mittelfeld zieht Aufsteiger Maximilian Arnold seine Kreise, attestiert von Luiz Gustavo und demnächst wohl auch von de Bruyne. Da ist wenig Platz für Spielmacher Diego, dessen Wechsel zurück in die brasilianische Heimat immer wahrscheinlicher wird.