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Fußball-Regionalliga Südwest
Mit Veränderungen zum Klassenverbleib

Torhüter Jean-François Kornetzky hat zwar viele Spiele bestritten, soll den SV Röchling aber dennoch verlassen.
Torhüter Jean-François Kornetzky hat zwar viele Spiele bestritten, soll den SV Röchling aber dennoch verlassen. FOTO: Andreas Schlichter
Völklingen. Röchling Völklingen hat den Aufstieg nicht bereut und will in der Regionalliga Südwest bleiben – aber ohne finanzielles Risiko. Ralph Tiné

Bei einem Besuch in der Sportredaktion der SZ hatte Günter Erhardt vor Saisonbeginn vorausgesagt: „Es werden noch andere Mannschaften mit uns hinten auf Augenhöhe spielen.“ Zur Winterpause sollte der Trainer des SV Röchling Völklingen Recht behalten. Nach 21 Spieltagen, zahlreichen Verletzungen und noch mehr Formschwankungen überwintert der Aufsteiger in seiner ersten Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest auf dem drittletzten Tabellenplatz 17. Vom (wahrscheinlich) rettenden Platz 16 trennt den SV Röchling nur das schlechtere Torverhältnis. Bis Platz 14 sind es vier Punkte. Das Regionalliga-Debüt könnte also bis zum Saisonende eine enge Kiste bleiben.


„Ich würde sagen, wir sind angekommen in der Regionalliga. Bis auf das letzte Spiel, das 0:6 gegen Saarbrücken, haben wir gezeigt, dass wir mitspielen können“, bewertet Michael Arnold den bisherigen Saisonverlauf der reinen Amateurmannschaft positiv. Der Präsident ist fest davon überzeugt, dass „wir eine realistische Chance haben, die Klasse zu halten. Aber jetzt ist es für alle gut, dass es mal eine Pause gibt. Ich bin zuversichtlich, dass wir gestärkt daraus zurückkehren werden.“

Diese Winterstärkung wird sich auch im Mannschaftspersonal niederschlagen. Nach der Klatsche gegen den FCS sprach Trainer Erhardt davon, dass die Hüttenstädter teilweise „naiv“ gespielt hätten, was auch „eine Folge der Jugend in der Mannschaft“ gewesen sei. Mit Jannik Meßner, Lars Birster und Gibriel Darkaoui standen drei 19-Jährige in der Startelf. In den Spielen, bevor die Jungen zusammen mit der ganzen Mannschaft gegen den Tabellenführer untergingen, hatten aber vor allem die Verteidiger Meßner und Birster gezeigt, warum der Trainer ihnen auch nach der Winterpause weiter das Vertrauen schenken dürfte.



Mit Abwehrchef Rouven Weber (Faserriss) und dem bundesliga-erfahrenen Milan Ivana (Bänderriss) werden zwei Säulen der Mannschaft im neuen Jahr zurückkehren. Dennoch täte der Mannschaft zusätzliche Spielerqualität – wenn machbar gepaart mit einer gewissen Erfahrung – sicherlich in allen Mannschaftsteilen gut. „Wenn der Trainer im Winter sagt, den oder den hätte ich gerne, müssen wir schauen, ob das finanzierbar ist“, sagt Arnold.

Um den nötigen finanziellen Spielraum zu schaffen, sollen zwei Spieler den Verein im Winter verlassen, wie in dieser Woche bekannt wurde: Torwart Jean-François Kornetzky und Abwehrspieler Jeremy Lundy. Der erste Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Brenner, bestätigt das: „Dass die Spieler im Winter gehen sollen, war zwischen Trainer und Vorstand besprochen. Jetzt müssen wir schauen, wie wir die Angelegenheit lösen können.“ Da beide bis Saisonende unter Vertrag stehen, ist eine vorzeitige Beendigung der Zusammenarbeit nur mit Zustimmung der Spieler möglich.

Dass die geplante Gastspielreise der chinesischen U20-Nationalmannschaft, die jedem Gegner 15 000 Euro bescheren soll, auf tönernen Füßen steht, macht die finanzielle Kalkulation für den Verein zusätzlich schwierig. Auch deshalb lässt Präsident Arnold keinen Zweifel daran, dass der Verein keine finanzielle Abenteuer eingeht: „Wir werden auf keinen Fall auf finanzielles Biegen und Brechen versuchen, die Klasse zu halten. Als wir uns damals entschieden hatten, das Abenteuer Regionalliga anzugehen, haben wir uns vorgenommen, kein finanzielles Risiko einzugehen. Und dabei bleibt es.“

Aus saarländischer Sicht bleibt die Regionalliga gewaltig in Bewegung. Während der FCS nach oben in die 3. Liga drängt und die SV Elversberg die Hoffnung auf die erneute Aufstiegsrelegation auch noch nicht aufgegeben hat, drängt von unten der FC Homburg mit Macht zurück in die vierthöchste Spielklasse. Der SV Röchling würde nur zu gerne auch in der nächsten Saison im Kreis der saarländischen Fußball-Elite mitmischen.