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Fußball-Bundesliga
HSV steht auf seinem Stammplatz

Trainer Markus Gisdol ist mit dem Hamburger SV bis auf den Relegationsplatz abgerutscht.
Trainer Markus Gisdol ist mit dem Hamburger SV bis auf den Relegationsplatz abgerutscht. FOTO: dpa / Axel Heimken
Hamburg. Der kriselnde Fußball-Bundesligist tritt heute Abend in Mönchengladbach an.

Markus Gisdol sagt, er bewerte seine Mannschaft normalerweise nicht nach dem Tabellenplatz. Doch kurz vor Weihnachten muss auch der 48-Jährige zugeben: Der Hamburger SV befindet sich „in einer gefährlichen Situation“. Irrt sein Team auch zum Jahresabschluss bei Borussia Mönchengladbach heute Abend (20.30 Uhr/ZDF) umher wie zuletzt, drohen die Hanseaten erstmals seit elf Jahren auf einem Abstiegsplatz zu überwintern.


Alle Jahre wieder kriselt es an der Elbe, der HSV ist wieder auf seinen Stammplatz abgerutscht, Rang 16, das Schreckgespenst Relegation geht am Volkspark um. „Wir spielen besser als im letzten Jahr, aber uns fehlen die Ergebnisse“, sagt Trainer Gisdol und fordert Punkte – egal wie: „Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass sich diese einfach so einstellen, sondern müssen giftig bleiben und auch mal die unschönen Dinge machen.“

Mit zwei Siegen war der HSV in die Saison gestartet, am 25. August sogar für eine Nacht Tabellenführer – danach kamen bisher aber nur neun mickrige Zähler hinzu. Die Ernüchterung beim Traditionsclub ist deutlich zu spüren. Hinzu kommt, dass „die Konkurrenz punktet“, wie Sportchef Jens Todt feststellt. Und so fragte die Bild-Zeitung am Donnerstag: „Ist der HSV diesmal fällig?“



Eine Antwort darauf kann es natürlich noch nicht geben, aber die heutige Partie in Mönchengladbach hat für Hamburg richtungsweisenden Charakter. „Wir wollen das Spiel auf jeden Fall gewinnen und die 18 Punkte erreichen“, sagt Gisdol: „Dafür brauchen wir noch einmal eine optimale Leistung.“ Und vor allem Tore. Doch genau daran hapert es ja, nach 16 Spielen haben die beiden treffsichersten HSV-Angreifer Jann-Fiete Arp und Filip Kostic lediglich zwei Tore erzielt. Bezeichnend: Michael Gregoritsch, der im Sommer zum FC Augsburg geschickt wurde, hat schon acht Treffer und drei Vorlagen auf dem Konto.

„Es ist augenscheinlich, dass wir aus unseren Möglichkeiten zu wenige Tore schießen“, sagt Gisdol, der Andre Hahn bei seinem Ex-Club wohl eine neue Chance von Beginn an geben wird: „Es hätte uns viele Punkte gebracht, wenn wir ein, zwei Spieler im Team hätten, die jetzt sechs Tore hätten.“ Der HSV ist aber nicht im Besitz solcher Spieler, und Gisdol hat es bisher nicht vermocht, einen solchen Angreifer zu formen. Gut möglich also, dass der HSV im Winter deshalb noch einmal auf Shoppingtour geht.