| 20:31 Uhr

Mönchengladbach ist Zweiter
Das Gladbacher Hoch heißt Hazard

Der Gladbacher Thorgan Hazard (links) freut sich mit Teamkollege Alassane Pléa über sein Führungstor zum 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf. Die Partie endete 3:0, der Belgier Hazard traf doppelt.
Der Gladbacher Thorgan Hazard (links) freut sich mit Teamkollege Alassane Pléa über sein Führungstor zum 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf. Die Partie endete 3:0, der Belgier Hazard traf doppelt. FOTO: dpa / Marius Becker
Mönchengladbach. Der Belgier hat in dieser Bundesliga-Saison schon sieben Tore erzielt und seine Borussia auf Platz zwei geschossen. sid

Thorgan Hazard dürfte die Schlagzeilen am Montag mit besonderem Genuss gelesen haben. Der erfolgreichste Torjäger der Bundesliga? Thorgan Hazard, Borussia Mönchengladbach. Der treffsicherste Torjäger der Premier League? Eden Hazard, FC Chelsea. Und Kylian Hazard, das Küken der Familie? Schoss am Samstag für Cercle Brügge sein erstes Tor im belgischen Oberhaus. Es gab schon schlechtere Wochenenden für das Familien-Trio Hazard.


„Ich habe mit meinen Brüdern eine Wette. Wer am Saisonende die wenigsten Tore und Vorlagen hat, muss die anderen zum Essen einladen“, sagt Hazard, der Gladbacher. Dank seines Doppelpacks gegen Fortuna Düsseldorf (3:0), seinem insgesamt vierten für die Fohlen, wird der 25-Jährige wieder auf fremde Kosten speisen. Auch wenn Chelsea-Star Eden (27) noch am Abend nachzog und gegen Crystal Palace (3:1) einen Assist verbuchte.

Sieben Tore hat Thorgan Hazard nun auf dem Konto, der Belgier hat damit maßgeblichen Anteil an Borussias Sprung auf Platz zwei. „Thorgan blüht derzeit auf und macht seine Tore, das tut uns gut“, sagt Trainer Dieter Hecking, und auch Sportdirektor Max Eberl lobt das „sehr, sehr gute Spiel“ von Hazard, der gegen Düsseldorf erst mit einem Handelfmeter (48. Minute) und dann aus der Distanz (82.) erfolgreich war.



Hazard ist für Hecking gleichzeitig das Sinnbild seines Luxus-Problems – in der Offensive hat der Gladbach-Trainer ein echtes Überangebot. Gegen die Fortuna durften neben Hazard auch Alassane Pléa und Raffael ran. Nationalspieler Lars Stindl saß auf der Bank, der Uchtelfanger Patrick Herrmann war gar nicht erst im Kader. „Diese Situation ist schön, aber auch nicht ganz einfach“, gibt Hecking zu. Beklagen will er sich allerdings nicht: „Ich bin froh, dass ich diese Qualität habe.“

Auch sonst hat Hecking keinen Grund zur Klage. 20 Punkte, 23:12 Tore – nach dem besten Saisonstart seit 31 Jahren ist die Borussia zumindest auf dem Papier sogar der BVB-Jäger Nummer eins. „Die Tabelle gibt nach einem Drittel der Saison ein gutes Bild ab. Es macht viel mehr Spaß in solchen Gefilden“, sagt Eberl, der gleichzeitig betont, dass die Bundesliga momentan „ein unglaublich schwerer Wettbewerb“ sei. 

Will die Borussia dauerhaft oben mitmischen, muss auch auswärts die Wende gelingen. Während Gladbach mit 15 Punkten die beste Heim­elf der Liga ist, gab es auf fremden Plätzen erst fünf Zähler. Thorgan Hazard will das am Wochenende in Bremen ändern: „Ich hoffe, dass wir da etwas mitnehmen können.“