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Fußball ist doch Mathematik

Fußball ist doch Mathematik

Saarbrücken. "Fußball ist keine Mathematik", hat Karl-Heinz Rummenigge einmal zu Ottmar Hitzfeld gesagt. Es ist ein kleines Grüppchen, das da in einem Restaurant in Saarbrücken beisammen sitzt und so etwas wie der lebende Gegenbeweis dazu ist. Ein kleines Grüppchen, das so viel Arbeit hat

Saarbrücken. "Fußball ist keine Mathematik", hat Karl-Heinz Rummenigge einmal zu Ottmar Hitzfeld gesagt. Es ist ein kleines Grüppchen, das da in einem Restaurant in Saarbrücken beisammen sitzt und so etwas wie der lebende Gegenbeweis dazu ist. Ein kleines Grüppchen, das so viel Arbeit hat. Es ist die sechs-köpfige Südwestgruppe des Deutschen Sportclubs für Fußballstatistik (DSFS), der sich nichts weniger als die möglichst vollständige Erfassung des deutschen und internationalen Fußballs zur Aufgabe gemacht hat.

"Wir sind irgendetwas zwischen Chronisten und Historikern. Das aktuelle Geschehen ist sozusagen die Pflicht, und das Historische die Kür. Zusammen sind es die zwei Schienen unserer Arbeit", erklärt Südwest-Regionalleiter Hans-Joachim Stubbe. Und dabei geht es ihnen nicht um die Bundesliga-Ergebnisse, die mittlerweile überall im Internet einsehbar sind, sondern um alle Ergebnisse bis in die untersten Klassen. Egal, ob es wie im Saarland bis zur Kreisliga A geht oder wie in Bayern bis zur Kreisliga C. Jede Liga hat ihren festen Platz in den Veröffentlichungen des DSFS. Als wäre das nicht genug, kommen in den höheren Klassen auch noch die Kader mit Einsatzzeiten und Toren dazu.

Für den üblichen Fußball-Fan, der seine Statistiken gerne häppchenweise vor und nach dem Spiel serviert bekommt, nur schwer vorstellbare Zahlen-Massen. Und trotz 400 Gesamt-Mitgliedern in ganz Deutschland, ist es im Südwesten Deutschlands schon eine Besonderheit, dass es überhaupt wieder eine Regionalabteilung gibt. "Bis 2002 lag das hier alles brach. Da gab es ein paar Eigenbrötler, die vor sich hin gearbeitet haben. Da musste viel neu aufgebaut werden", sagt Stubbe. Doch seit 2004 kommt wieder der Südwest-Almanach heraus, seit 2007 auch wieder als einzelne Saison-Ausgaben. Sei es die Regionalliga-Südwest oder die Kreisliga A Weiselberg - alles wird zusammengetragen. Hauptarbeit am Saisonende.

Und auch wenn das Saarland zu den kleinsten Verbänden zählt, sind es immerhin 26 Ligen im Aktiven-Fußball. Betreut werden sie von einem einzigen Mann. Karl-Heinz Backes trägt seit 1995 Ergebnisse zusammen, sammelt Statistiken und bastelt Tabellen. Was für andere eine trockene Qual ist, ist für den Saarbrücker sein Hobby. Und so werden Zeitungen gewälzt, das Internet durchforstet, Vereinsseiten kontrolliert. Überall, wo etwas zu den Ligen veröffentlicht wird, liegen Quellen für die Arbeit. "Die Hauptarbeit kommt am Saisonende. Dann geht der Stress los", sagt er. Dann geht es daran, den Almanach zu veröffentlichen. Das Buch, in dem sich auf knapp 300 Seiten Tabelle an Tabelle reiht, Statistik neben Statistik steht. Wer hat wie lange gespielt, wer wie viele Tore geschossen? Kaum eine Zahl, die nicht zu finden ist. Und das alles zusammengestellt von gerade einmal sechs Leuten. Die tatsächlich zeigen, dass Fußball doch auch ein wenig Mathematik sein kann.

AUF EINEN BLICk

Der Deutsche Sportclub für Fußballstatistik wurde im Jahr 1971 gegründet und hat etwa 400 Mitglieder in ganz Deutschland. Die wichtigste Veröffentlichung der Fußball-Statistiker ist der jährlich erscheinende Fußball-Almanach der einzelnen Regionalabteilungen. Für Interessierte aus dem Saarland ist Karl-Heinz Backes der Ansprechpartner. Er ist erreichbar unter Telefon (0681) 58 33 66. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.dsfs.de. jbö