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Ein Buch über die Gefühle im Fußball

Fußball-Gefühle hat ja nicht jeder. Axel Hacke hat sie. Auch wenn er selbst kein Fan ist. Zumindest betont der ehemalige Sportreporter dies in seinem Buch "Fußballgefühle". Nun gut, es gibt schon viele Bücher , die sich mit dem Fußball und der Gefühlsduselei darum beschäftigen. Michael Kipp

Aber dieses Buch ist anders. Das hängt wohl auch mit der distanzierten Herangehensweise des Autors zusammen. Und mit seiner Sprache. Hacke gehört zu den besten Kolumnisten des Landes und schreibt für das Magazin der "Süddeutschen Zeitung".

In dem Buch geht es weniger um Fußball-Kenntnisse, eher um Erkenntnisse. Anhand seiner Biografie hangelt sich Axel Hacke durch die Geschichte des Fußballs. Er erzählt, warum er einen Verein wie Eintracht Braunschweig lieben muss. Dass auch er, als vermeintlich Intellektueller, zum größten Proleten wird: Schimpfwörter , Flüche, Hacke packt alles aus, Auch eine Geschichte über einen Münchner Hooligan, den er jahrelang begleitet hat. Hacke erklärt dabei den fließenden Übergang von Emotion zu Gewalt im Fußball . Das Wesen des Fußballs erfasst das Buch natürlich nicht in Gänze. Das wollte der Autor auch nicht. Wenn Hacke hingegen zeigen wollte, warum der Fußball bei vielen Menschen ins tiefste Innere reicht, ist ihm das vollauf gelungen.

Axel Hacke : Fußballgefühle, Antje-Kunstmann-Verlag, München 2014, 176 Seiten, ISBN 978-3-88897-933-0, 16,00 Euro.