Freude an Bewegung und Wettbewerb gibt es überall

Freude an Bewegung und Wettbewerb gibt es überall

Der Historiker Wolfgang Behringer erklärt im Interview, was den Sport bis heute prägt, was sich im Laufe der Zeit änderte und was nicht so funktioniert, wie es sollte. Die Fragen stellte Wulf Wein.

Herr Behringer, was sind prägende Gemeinsamkeiten im Sport einst und jetzt?

Behringer: Das sind die Freude an der Bewegung und am Wettbewerb. Männer (später auch Frauen) wollen ihre Leistung messen. Das finden wir im Prinzip in fast allen Gesellschaften.

Und was hat sich im Laufe der Jahrhunderte grundlegend gewandelt?

Behringer: Die Organisationsformen haben sich parallel zum Wandel der Gesellschaft verändert. Die Gründung von Vereinen hat im 19. Jahrhundert Ligen-Wettbewerbe möglich gemacht. Nationale Wettbewerbe können seit Erfindung der Eisenbahn ausgetragen werden. Erst seit Aufnahme des Linienflugverkehrs ab 1950 sind sinnvoll Weltmeisterschaften zu organisieren.

Gibt es etwas, was Sie am heutigen Sportbetrieb stört?

Behringer: Über Olympia und Fußball-WM entscheiden fast allein private Sportverbände . Sie "versklaven" Städte und Länder, wenn es um die Ausrichtung geht. Ich denke, das geht nicht. Da müssten öffentliche Institutionen einschreiten und die Macht von IOC und Fifa begrenzen.

Gibt es eine Figur der Sportgeschichte , die Sie beeindruckt?

Behringer: Ja, US-Boxer Muhammad Ali (Cassius Clay). Er hat ab vom Sport für die Gleichberechtigung der Farbigen und gegen den Vietnamkrieg gekämpft.

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