Dieses Mal noch gegen den FCS

Dieses Mal noch gegen den FCS

Heute Champions League, am Sonntag Topspiel in der Tischtennis-Bundesliga. Der 1. FC Saarbrücken trifft dann auf Rekordmeister Düsseldorf mit Timo Boll und dem künftigen FCS-Spieler Patrick Franziska.

Er ist erst 23 Jahre alt, hat im Tischtennis aber schon einiges erlebt. Deutscher Meister, Pokalsieger, Mannschafts-Europameister, Vizeweltmeister mit der Mannschaft. Die Liste seiner Erfolge ist trotz seines jungen Alters lang. "Obwohl ich schon eine gewisse Zeit Profi bin, fühle ich mich nicht wie ein alter Hase", sagt Patrick Franziska und lacht: "In einigen Situationen könnte ich abgebrühter sein."

Der deutsche Nationalspieler steht aktuell für Rekordmeister Borussia Düsseldorf an der Platte, wechselt zur neuen Spielzeit aber zum 1. FC Saarbrücken . Nun kommt es an diesem Sonntag ab 15 Uhr in der Joachim-Deckarm-Halle zum ersten Aufeinandertreffen mit seinem zukünftigen Verein seit der Bekanntgabe des Transfers. Doch Franziska stört das ganz und gar nicht: "Ich freue mich auf das Spiel. Ich spiele für Düsseldorf und bin Profi genug, um alles andere auszublenden. Außerdem kenne ich diese Situation von meinem ersten Wechsel von Fulda nach Düsseldorf."

In seiner Jugend wurde Franziska von Elisabeth Grujic trainiert, der Ehefrau des FCS-Trainers Slobodan Grujic, und wurde schon mit acht Jahren in den Kader des Hessischen Tischtennis-Verbands berufen. Zwei Jahre später der nächste Schritt: Aufnahme in den Bundeskader und somit optimale Voraussetzungen für seine weitere Karriere. Das sollte sich lohnen. Mit 17 Jahren gab er sein Bundesliga-Debüt für die TG Hanau und ist seit dem fester Bestandteil der obersten deutschen Spielklasse.

Mit Düsseldorf steht er nach Startschwierigkeiten momentan auf Platz vier, dem letzten Playoff-Platz. "Die Saison war bisher sehr schwer für uns. Wir mussten uns mit vielen Verletzungen herumschlagen. Jetzt sieht es gut aus", berichtet Franziska und erinnert an den langen Ausfall von Topspieler Timo Boll . Der ist inzwischen wieder fit und wird auch am Sonntag gegen den FCS spielen.

Sollte es bei der aktuellen Tabellensituation bleiben, würde der FCS im Playoff-Halbfinale wie im vergangenen Jahr auf Düsseldorf treffen. Doch so weit will Franziska noch nicht denken. "Wir haben das Ziel, in die Playoffs zu kommen. Auf wen wir dann treffen, ist mir egal. Vergangene Saison war es gegen Saarbrücken eine verdammt enge Kiste", sagt Franziska. Damals gewann der FCS das Hinspiel sensationell mit 3:0, verlor aber in Düsseldorf 0:3 und schied wegen des Satzverhältnisses (12:13) aus.

Bevor es zum Aufeinandertreffen seines aktuellen und zukünftigen Vereins kommt, müssen beide Mannschaften in der Champions League ran. Heute gehen beide deutschen Vertreter mit einer Hinspiel-Niederlage an den Start. Franziska muss mit Düsseldorf bei Pontoise Cergy ab 20 Uhr eine 2:3-Niederlage wettmachen. Die Blau-Schwarzen treffen um 18 Uhr in Polen auf Olimpia Unia Grudziadz und müssen sogar ein 1:3 aufholen.

Für Franziska selbst bietet dieses Jahr noch weitere Herausforderungen. Von 28. Februar bis 6. März findet in Kuala Lumpur die Team-WM statt. "Da würde ich gerne dabei sein und dann natürlich nach einer Medaille greifen. Vielleicht können wir dort auch die Chinesen ein bisschen ärgern", sagt der 41. der Weltrangliste selbstbewusst. Der nächste Höhepunkt sind dann die Olympischen Spiele. "Die Chancen stehen nicht schlecht, dass ich einen Platz für Rio bekommen könnte. Ich versuche alles, um mich zu empfehlen", sagt er.

Pläne für die Zeit nach dem Sport hat Franziska nicht: "Darüber habe ich mir noch nicht wirklich Gedanken gemacht. Zur Zeit gilt meine volle Konzentration meiner Karriere." Damit fährt er bislang gut. Man darf schließlich nicht vergessen: Er ist trotz seiner Erfolge noch immer sehr jung.

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Auf einen BlickDer 1. FC Saarbrücken spielt heute im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League bei Olimpia Unia Grudziadz (18 Uhr). Ob der Franzose Adrien Mattenet erneut verletzungsbedingt ausfällt, steht noch nicht fest. Über seinen Einsatz wird kurzfristig entschieden. Als Ersatz für Mattenet steht wie im Hinspiel Trainer Slobodan Grujic bereit.Grujic hatte zwar gegen den Ukrainer Yaroslav Zhmudenko eine Riesenpartie abgeliefert, aber dennoch mit 2:3 verloren. Aber egal ob mit oder ohne Mattenet: Die Chancen, nach der 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel noch das Halbfinale zu erreichen, sind eher gering. Um die Überraschung zu schaffen, müssten beim FCS heute Tiago Apolonia und Bojan Tokic ihre Spiele möglichst ohne Satzverlust gewinnen. Dann könnte auch ein 3:1-Sieg noch reichen. red