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Der neue Alterspräsident

Der Saarlouiser Neuzugang Dejan Dobardzijew ist gespannt auf die Atmosphäre bei seinem ersten Heimspiel. Foto: Ruppenthal
Der Saarlouiser Neuzugang Dejan Dobardzijew ist gespannt auf die Atmosphäre bei seinem ersten Heimspiel. Foto: Ruppenthal FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Die Handballer der HG Saarlouis empfangen in der 2. Liga an diesem Samstag den TV Großwallstadt. Der 37-jährige Neuzugang Dejan Dobardzijew hofft auf eine volle Halle und einen Sieg bei der Heimpremiere. Von SZ-MitarbeiterSebastian Zenner

Dejan Dobardzijew heißt der Winter-Neuzugang, der beim abstiegsbedrohten Handball-Zweitligisten HG Saarlouis für Entlastung sorgen soll. Nach einer Hinrunde voller Verletzungspech musste der ohnehin kleine Kader verbreitert werden. Dies gelang bereits vor dem 29:24-Sieg beim TSV Altenholz am vergangenen Samstag, als Dobardzijew gleich seinen ersten Treffer beisteuerte. An diesem Samstag soll es in der Stadtgartenhalle so weitergehen, wenn Saarlouis um 19.30 Uhr den TV Großwallstadt empfängt.

"Die Mannschaft ist gut, der Trainer macht gute Arbeit. Ich denke, dass wir die Qualität haben, die Klasse zu halten. In der Hinrunde gab es halt viele Verletzte, aber jetzt sind alle wieder dabei. Wir werden das in der Rückrunde wieder hinbiegen", sagt der 37-Jährige, der von Drittligist HF Springe kam. An seine letzte Verletzung kann sich der nun älteste Spieler im Kader - er ist älter als Kapitän Danijel Grgic (36) - nur dunkel erinnern. Sie ist geschätzte 13 Jahre her. "Das kommt immer auf den Körper an. Bei mir ist es so, dass ich immer zu 100 Prozent trainieren kann. Aber gerade in der 2. Liga kann es schon mal sein, dass man sich verletzt. Es ist eine starke Liga, in der es zur Sache geht", meint Dobardzijew: "Ich bin fit und kann der Mannschaft helfen, ihr Ziel zu erreichen. Das heißt: in der 2. Liga bleiben!"

Ob er über die Rückrunde der laufenden Saison hinaus weiter professionell Handball spielen wird und das womöglich auch in Saarlouis, weiß der Neue jetzt noch nicht: "Da schauen wir mal, wenn es soweit ist. Wenn ich fit bleibe, kann ich noch weiterspielen. Ansonsten gibt es sicher andere Möglichkeiten. Jetzt konzentriere ich mich aber voll auf meine neue Aufgabe", kündigt Dobardzijew an. Sollte er seine aktive Karriere beenden, rückt er wohl auf eine Trainerbank: "Es gab auch schon Angebote in letzter Zeit, aber im Moment bin ich im Kopf noch Spieler."

Zu seiner neuen Aufgabe kam er über seinen Berater, Ex-Bundestrainer Vlado Stenzel. Er vermittelte den erfahrenen Serben, der als flexibler Rückraumspieler mit Abwehrqualitäten genau in das Anforderungsprofil von HG-Trainer Goran Suton passt. "Als die Entscheidung anstand, weiter in Springe zu spielen oder zur HG zu wechseln, musste ich nur fünf Sekunden überlegen", sagt Dobardzijew.

Seine Entscheidung liegt auch am Saarlouiser Publikum, das er am Samstag in seinem ersten Heimspiel kennen lernen wird. "Ich war erst einmal in der Stadt. Das hat mir gefallen, aber ich kann noch nicht viel über die Leute hier sagen. Was ich gehört habe, ist, dass die Stadt handballbegeistert ist und hinter der Mannschaft steht", berichtet er und ergänzt: "Ich hoffe, dass die Halle am Samstag voll sein wird - und dass uns die Zuschauer helfen, die zwei Punkte hier in Saarlouis zu behalten."