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Biedermann trotzt der Krankheit

Biedermann trotzt der Krankheit

Essen. Deutschlands Vorschwimmer Paul Biedermann lässt sich auch von Krankheit nicht aufhalten, Johannes Dietrich glänzt mit Europarekord im Doppelpack, und Talent Lucien Haßdenteufel vom ATSV Saarbrücken gewinnt seine erste DM-Medaille bei den Erwachsenen - so lautete das Fazit des zweiten Tages der deutschen Kurzbahn-Meisterschaften der Schwimmer in Essen

Essen. Deutschlands Vorschwimmer Paul Biedermann lässt sich auch von Krankheit nicht aufhalten, Johannes Dietrich glänzt mit Europarekord im Doppelpack, und Talent Lucien Haßdenteufel vom ATSV Saarbrücken gewinnt seine erste DM-Medaille bei den Erwachsenen - so lautete das Fazit des zweiten Tages der deutschen Kurzbahn-Meisterschaften der Schwimmer in Essen.

Trotz einer Halsentzündung verteidigte Weltrekordler Biedermann seinen Titel über 200 Meter Freistil erfolgreich. Der 22-Jährige aus Halle/Saale gewann am Freitag in 1:41,42 Minuten vor Steffen Deibler aus Hamburg, der in starken 1:42,74 Minuten die Richtzeit für die europäischen Titelkämpfe vom 11. bis 14. Dezember in Rijeka/Kroatien ebenfalls unterbot. "Ich bin ein bisschen kaputt und vom Körper her ein wenig ausgezehrt. Aber bis jetzt geht es noch", sagte Langbahn-Europameister Biedermann, der seinen zwölf Tage alten Weltrekord von 1:40,83 Minuten knapp verfehlte.

Haßdenteufel schlug in dem Rennen als Dritter in 1:45,75 Minuten an. Im Vorlauf war Haßdenteufel noch schneller gewesen - 1:45,56 Minuten bedeuteten neue persönliche Bestleistung und Saarlandrekord. Für die Qualifikation zur EM in Rijeka reichte es trotzdem nicht, weil nur die beiden Erstplatzierten fahren dürfen.

Gleich zweimal verbesserte der Wiesbadener Dietrich den Europarekord über 50 Meter Schmetterling. Im Vorlauf war das Kraftpaket mit dem Spitznamen "Hulk" zunächst in 22,64 Sekunden um 22/100 schneller als der Ukrainer Sergej Breus am 11. April 2008 in Manchester. Im Endlauf steigerte sich Dietrich noch einmal um zwei Hundertstel. Am Weltrekord des Australiers Matt Jaukovic schwamm der 23-Jährige nur um zwölf Hundertstel vorbei. "Mit einer besseren Wende und einem besseren Anschlag wäre noch mehr drin gewesen. Ich wollte Weltrekord schwimmen", sagte Dietrich.

Ebenfalls bereits im Vorlauf hatte Marco Koch (Darmstadt) seinen nationalen Rekord über 100 Meter Brust auf 58,50 Sekunden verbessert. Der 18-Jährige unterbot die alte Bestmarke von 58,96 um 46 Hundertstel. "Das hat mich schon sehr überrascht", sagte er. Im Finale musste Koch kämpfen, um in 58,57 vor Johannes Neumann (Riesa/58,73) zu bleiben.

Altmeister Thomas Rupprath (Rostock) gewann über 50 Meter Rücken in 23,69 Sekunden seinen 73. nationalen Titel und schaffte ebenso wie Helge Meeuw (Frankfurt/23,69) die EM-Richtzeit. "Ich bin nicht ganz zufrieden, weil ich näher an meine Bestzeit vom 23,23 Sekunden ranschwimmen wollte", analysierte Rupprath.

Die Richtzeit für Rijeka schaffte auch die erst 17-jährige Lisa Vitting (Mülheim/53,84) über 100 Meter Freistil. "Ich bin völlig überwältigt, da mein Start furchtbar schlecht war", sagte sie nach ihrem Premieren-Titel in Abwesenheit von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen. Die erst 13-jährige Alexandra Wenk (München) ließ bei ihrem Titel über 200 Meter Rücken in 2:09,61 Minuten aufhorchen. Sie darf wegen ihres zu jungen Alters aber nicht in Rijeka starten. dpa/red