1. Saarland

Superzeit für den Supertrail

Superzeit für den Supertrail

Petru Muntenasu aus Schwaigern hat den 3. Zwei-Etappen-Landschaftslauf über den Saar-Hunsrück-Steig gewonnen. Nach 12:56 Stunden überquerte der Extremläufer den Zielstrich in Braunshausen. Insgesamt mussten die Ultraläufer an zwei Tagen 126 Kilometer zurücklegen.

Seine Kraftreserven scheinen unerschöpflich zu sein: Im Sprint läuft Petru Muntenasu aus Schwaigern bei Heilbronn lächelnd nach 126 Kilometern als Erster beim diesjährigen Saar-Hunsrück-Supertrail nach einer Gesamtzeit von 12:56 Stunden über den Zielstrich in Braunshausen. "Geschafft", jubelt der 43-Jährige. Dennoch war ihm nicht die Spur von Erschöpfung oder Kraftlosigkeit anzumerken. Obwohl er viel mehr gelaufen war als die meisten anderen. "Ich habe mich am ersten Tag verlaufen, musste dadurch etwa fünf Kilometer mehr laufen und andere Läufer wieder überholen", erzählte der sehr entspannt wirkende Sieger Muntenasu.

Eine Cola und eine Banane helfen

Klaus Frings aus Altenahr absolvierte die beiden Etappen in einer Zeit von 13:10 Stunden und freute sich riesig über den zweiten Platz. Am ersten Tag seien bei Kilometer 40 seine Batterien fast leer gewesen. "Die Verpflegungsstation kam genau richtig. Eine Cola und eine Banane haben mich wieder aufgepeppt", berichtete der 54-Jährige. Auf Platz drei lief der Mönchengladbacher Peter Neumann (14:35 Stunden).

"Die erste Etappe über die vielen engeren Wurzelpfade war technisch schwieriger zu laufen als die zweite", resümierte Teilnehmer Raimund Slabon aus Velbert. Auf dem 66 Kilometer langen Teilabschnitt mussten die Ultraläufer den steilen Anstieg zum Erbeskopf, mit 816 Metern die höchste Erhebung Deutschlands westlich des Rheins, bewältigen. "Der Trail ist wegen der vielen Höhenmeter schon sehr anspruchsvoll", schnaufte Stefan Jung aus Blieskastel. Der 32-Jährige, der als einziger Saarländer an den Start gegangen war, musste nach 20 gelaufenen Kilometern am zweiten Tag verletzungsbedingt aufgeben. "Ich bin zweimal mit dem Zeh gegen einen Felsstein gehauen, habe es noch weiter probiert, aber der Zeh hat dann wie verrückt gepocht", schilderte Jung, während er humpelnd im Zielbereich vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzte. "Eigentlich ist es ärgerlich, weil ich mit 7:47 Stunden am ersten Tag gut im Rennen war", sagte er mit schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck.

Die Frage nach dem Warum

126 Kilometer in zwei Tagen zu laufen, warum tut man sich diese Strapazen überhaupt an? "Wieso Strapazen? Man läuft über Stunden durch eine fantastische Landschaft, genau das ist das Erlebnis", rückte Hans-Peter Roden aus Kell am See die Dinge aus seiner Sicht zurecht. Neben den physischen, so ergänzte Petra Scheunemann, gehe man auch an die psychischen Grenzen. "Mental hat man aber schon die Möglichkeit, den inneren Schweinehund zu überwinden", so die Taunussteinerin. Sie suchte sich für die letzten Kilometer als Motivationsschub einen männlichen Verbündeten. Die Belohnung: Nach 15:31 Stunden lief Scheunemann als erste Frau ins Ziel. Mit insgesamt 90 Teilnehmern, so der zufriedene Organisator Bernhard Sesterheim, sei die Kapazität des Trails so gut wie ausgeschöpft.

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Auf einen Blick Der 3. Saar-Hunsrück-Supertrail: Die erste Etappe führte von Kempfeld über 66 Kilometer nach Braunshausen. Am zweiten Tag waren 60 Kilometer von Trier bis nach Braunshausen zu absolvieren. Ergebnisse: Männer: 1. Petru Muntenasu (Schwaigern), 12:56 Stunden (Etappe eins: 6:43 Stunden, Etappe zwei: 6:13 Stunden); 2. Klaus Frings (Altenahr), 13:10 Stunden (6:49 Stunden, 6:21 Stunden); 3. Peter Neumann (Mönchengladbach), 14:35 Stunden (7:25, 7:10). Frauen: 1. Petra Scheunemann (Taunusstein), 15:31 Stunden (8:09, 7:22): 2. Britta Klein (Neustadt, Österreich), 16:52 Stunden (8:32, 8:20): 3. Sigrid Hoffmann (Weidenhahn), 17:02 Stunden (8:46, 8:16). frf