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128 Kilometer in zwei Tagen über Deutschlands schönsten Wanderweg Extremsportler laufen 128 Kilometer

128 Kilometer in zwei Tagen über Deutschlands schönsten Wanderweg Extremsportler laufen 128 Kilometer

60 Ultramarathonläufer hatten für den zweitägigen Saar-Hunsrück-Supertrail von Kempfeld nach Trier gemeldet. 48 Extremsportler bewältigten beide Etappen und liefen nach 128 zurückgelegten Kilometern über den Zielstrich in Trier. Im kommenden Jahr wird Braunshausen zum Mittelpunkt und Zielort des Landschaftslaufs werden.

Braunshausen. Das Streckenprofil des Saar-Hunsrück-Supertrails ist hammerhart. 128 Kilometer, inklusive 3400 Höhenmeter, waren in zwei Tagen zu bewältigen. Die Frage, warum man sich so etwas antut, erübrigt sich bei den Sportlern aus der Extremlaufszene aus ganz Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. "Für mich ist so ein Trail eine Herausforderung. Es ist mein erster zweitägiger Lauf", sagte der 33-jährige Michael Neher. Der Ulmer war nach 13:58 Stunden als Erster in Trier über den Zielstrich gelaufen.Jessica Weuthen erzählte nach der 66 Kilometer langen ersten Etappe. "Ein Trail ist einfach schöner als ein City-Lauf. Dabei ist der Reiz, an seine eigene Grenzen zu gehen". Genau 10:53 Stunden hatte die 35-Jährige aus Nettetal für die Tortur bis nach Braunshausen benötigt. "Die Strecke ist landschaftlich super, aber unheimlich anspruchsvoll", lautete bei Halbzeit das Fazit von Winfried Plein aus Hillesheim. In bester Erinnerung wird ihm der steile Anstieg zum Erbeskopf, mit 816 Metern die höchste Erhebung Deutschlands westlich des Rheins, bleiben. "Da kann man nur hochgehen", stöhnte Plein noch hinterher. Wandersleuten wird in den Prospekten, nicht zuletzt wegen der vielen Wurzelpfade, für ihre Fußreise über den Saar-Hunsrück-Steig festes Schuhwerk empfohlen. Was Ultraläufer Ralf Vollmer vollkommen ignorierte. Der 50-Jährige aus Buxtehude absolvierte den Supertrail mit offenen Sandalen und lief hinter Walter Mödinger (14:06 Stunden), in 14:19 Stunden als Dritter ins Ziel.

Die eigentliche Idee des Zwei-Etappenlaufs von Kempfeld nach Trier entstand wie folgt. Supertrail-Organisator Bernhard Sesterheim aus Trier läuft seit zehn Jahren Strecken jenseits der Marathondistanz. Bevorzugtes Trainingsgebiet des gebürtigen Saarländers aus Bexbach ist der Hunsrück und der Saar-Hunsrück-Steig. "In dieser tollen Landschaft einen Etappenlauf zu organisieren hat mich gereizt", schilderte Sesterheim. Als Ziel der ersten Tagesetappe wählte er Braunshausen, mit dem Gästehaus des Saarländischen Sportbundes.. "Hier sind die Übernachtungsmöglichkeiten ideal", meinte der 66-Jährige. Im kommenden Jahr werden die Läufer nicht mehr am zweiten Tag am Nonnweiler Stausee in Richtung Zielort Trier starten. "Braunshausen wird ganz der Mittelpunkt und zum Ziel des Supertrails werden", berichtete Sesterheim von einer Neuerung. Ein Bustransfer wird das Peloton der Ultraläufer nach Trier befördern, von dort geht es hinauf in den Hochwald und zurück nach Braunshausen. "In diesem Jahr sind alle Teilnehmer gesund im Ziel angekommen. Für einen Veranstalter ist das die allerbeste Nachricht", resümierte Sesterheim.

Auf einen Blick

 Ernst-Jan und Renske Vermeulen aus den Niederlanden bewältigten den zweitägigen Supertrail in 18:11 Stunden.
Ernst-Jan und Renske Vermeulen aus den Niederlanden bewältigten den zweitägigen Supertrail in 18:11 Stunden.

Die Sieger des zweiten Saar-Hunsrück-Supertrail von Kempfeld nach Trier. Platz eins Männer: Michael Neher aus Ulm (Tag eins 66 Kilometer 7:22 Stunden, Tag zwei 62 Kilometer 6:36 Stunden Gesamtzeit: 13:58 Stunden). Platz eins Frauen Wilma Dierx (Niederlande) 7:31 Stunden und 7:14 Stunden Gesamtzeit: 14:45 Stunden. Laut Angaben des Veranstalters war bei der diesjährigen Auflage kein saarländischer Ultraläufer an den Start gegangen. frf