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Netslé Wagner
Tiefkühlpizza liegt weiter voll im Trend

Am Fließband werden die fertigen tiefgekühlten Snacks verpackt und für den Weitertransport vorbereitet.
Am Fließband werden die fertigen tiefgekühlten Snacks verpackt und für den Weitertransport vorbereitet. FOTO: Dirk Guldner / www.guldner.de
Braunshausen. Das Unternehmen Nestlé-Wagner ist mit der Entwicklung im Jahr 2017 zufrieden. Der Einstieg in das Segment Tiefkühl-Snacks hat sich gelohnt. Jüngstes Produkt ist eine Brotschnitte zum Aufbacken, die so genannte Bäcker-Kruste. Von Volker Fuchs

Zurück zu den Wurzeln: Bäckermeister Ernst Wagner, 1968 Gründer von Wagner Tiefkühlprodukten,  hätte sich bestimmt über die neueste Erfindung von Nestlé Wagner gefreut: die Steinofen-Bäcker-Kruste. Diese ist seit Dezember 2017 auf dem Markt. Dabei handelt es sich um eine tiefgekühlte, mit herzhaften Zutaten belegte Brotscheibe, die im Backofen erhitzt und warm gegessen wird. Es gibt sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen, von Salami über Griechische Art bis zur Sorte „Wiener Würstchen“.


Damit erweitert Nestlé-Wagner die Produktpalette im Bereich Tiefkühl-Snacks. Dort ist das Unternehmen aus Nonnweiler seit 2015 vertreten, damals führte es die Rustipani ein. Der Einstieg in dieses Segment sei dem Unternehmen gelungen, freut sich Thomas Göbel, Geschäftsführer von Nestlé Wagner. Rustipani habe seit der Einführung 2015 ein Umsatzplus von mehr als 20 Prozent erreicht.

Im SZ-Gespräch blickt Göbel auf die Entwicklung des Unternehmens im vergangenen Jahr zurück. Der Markt für Tiefkühlpizza in Deutschland wächst weiter. Die Verbraucher haben im gesamten deutschen Lebensmittelhandel für Tiefkühl-Pizzen 1,2 Milliarden Euro ausgegeben. Damit ist diese Warengruppe laut Göbel nach Eis und fast gleichauf mit Fisch der drittgrößte Umsatzlieferant der Tiefkühlabteilungen.



Was Nestlé-Wagner angeht: „Wir sind zufrieden, wir haben ein gutes Geschäftsergebnis erreicht“, betont der Geschäftsführer. Das Unternehmen habe den Umsatz des Handels in Deutschland im Vergleich mit dem Vorjahr um 2,2 Prozent auf mehr als 400 Millionen Euro steigern können. Stärkste Marke sei dabei nach wie vor die Steinofen-Pizza. Der Marktanteil von mehr als 30 Prozent bei Pizza sei stabil und mit 17 Prozent bei Tiefkühlsnacks  (Rustipani und Bäcker-Kruste)  sehr positiv. 1868  Mitarbeiter (Stand Dezember 2017) sind bei Wagner beschäftigt, 42 junge Menschen absolvieren hier ihre Ausbildung.

Tiefgekühlte Snacks und Pizzen liegen im Trend, erklärt Thomas Göbel. Und verweist auf gesellschaftliche Entwicklungen: Die Zahl der Haushalte wächst, oft bleibt den Menschen weniger Zeit fürs Kochen und für gemeinsames Essen. Viele essen zudem nebenbei. Die Folge: Schnell und verzehrfertige auf den Tisch gebrachte Mahlzeiten würden immer beliebter.

Die Experten sprechen von Casual Eating. Göbel: „Weil die Essgewohnheiten unter der Woche immer flexibler werden, sind viele Konsumenten auf der Suche nach kleinen, aber hochwertigen und ursprünglichen Mahlzeiten.“  Und weiter: „Die Verbraucher essen dann, wenn es ihre Zeit und die Umstände erlauben.“ Brot, so habe eine Nestlé-Studie ergeben, sei dabei mit Abstand das beliebteste Lebensmittel und stehe wie kein anderes für Tradition und Ursprünglichkeit. Argumente, die die Produktentwickler des Unternehmens aufgegriffen und die Bäcker-Kruste entwickelt haben. Etwa eineinhalb Jahre habe dies von der Idee bis zur Markteinführung gedauert.

Zurück zum Geschäftsjahr 2017: Die Hauptherausforderung im vergangenen Jahr seien die hohen Käsepreise gewesen. Auch 2018 bleibe die Lage beim Rohwareneinkauf angespannt. Das betreffe aktuell besonders die Preise von Schweinefleisch.

Investiert hat Nestlé-Wagner im vergangenen Jahr einen niedrigen zweistelligen Millionen-Betrag. Das Geld floss  in die Kälteanlagen und Produktionslinien. Auch in diesem Jahr wird ein zweistelliger Millionen-Betrag in Verbesserungen der Produktionsanlagen und die Logistik investiert.

Marktforschung und Produktentwicklung spielen weiter eine wichtige Rolle. Man wolle den Verbrauchern genau die Produkte bieten, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Deshalb sei auch für 2018 Neues geplant. Mehr wollte Thomas Göbel noch nicht verraten.

Blick von oben auf das Werk von Nestlé-Wagner in Otzenhausen.
Blick von oben auf das Werk von Nestlé-Wagner in Otzenhausen. FOTO: Nestlé Wagner