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Versammlung
Erster Kiwi-Schnaps im Saarland

Aktuell wird am Vorplatz des Vereinsheims der Obst- und Gartenbauer von Hasborn-Dautweiler gearbeitet. Die Verbundsteine will der Verein selbst verlegen.
Aktuell wird am Vorplatz des Vereinsheims der Obst- und Gartenbauer von Hasborn-Dautweiler gearbeitet. Die Verbundsteine will der Verein selbst verlegen. FOTO: Dirk Schäfer
Hasborn-Dautweiler. Beim Obst- und Gartenbauverein Hasborn-Dautweiler gibt es eine Premiere. Der Trend geht zu fruchtigem Geschmack. Von red

(red) Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Hasborn-Dautweiler trafen sich zur Versammlung. Dabei war auch eine Neuheit Thema. Auf etwa 100 Brände pro Jahr kommt der Verein in der eigenen Brennerei im Vereinsheim in der Straße „Am Wald-
stadion“.


In den vergangenen Jahren habe sich der Trend von hochprozentigem und Masse zu fruchtigem Geschmack mit weniger Alkohol und hoher Qualität gewandelt, berichten die Obstbauer. In Hasborn-Dautweiler werden zehn bis fünfzehn verschiedene Likörsorten, neben zahlreichen Branntweinen, hergestellt. Nun haben die beiden Brennmeister Karl-Heinz Loch und Franz Rudolf Schank erstmalig im Saarland einen Kiwi-Schnaps gebrannt.

Der Brand mit diesem Obst ist erst seit der Änderung des Alkoholsteuergesetzes zum 1. Januar möglich. Diese schreibt unter anderem vor, welche Obstsorten überhaupt gebrannt werden dürfen.

Um die neue Sorte brennen zu können, sei ein großer Aufwand im Vorfeld nötig gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Frucht muss über den richtigen Reifegrad verfügen und anschließend enthaart und von Hand ausgepresst werden. Aus den gesammelten 80 Litern Maische wurden 6,5 Liter Schnaps mit 42 Prozent.

Um ein generell hochwertiges Brennergebnis zu erreichen, ist es wichtig, dass die Maische gut vorbereitet wird. Hier haben die Brennmeister einige Tipps parat: alle Stile entfernen, keine Blätter mit der Maische vermengen, Steingutmaische sollte nur selten geöffnet werden, Quittenmaische nicht zu trocken sein. Das Verfälschen der Maische durch Zusatz von Zucker sei gesetzlich verboten. Das gesammelte Obst sollte möglichst schonend zerkleinert, zermahlen und gequetscht werden. Hierbei darauf achten, dass bei Steinobst keine Kerne zertrümmert werden, da sonst zu viel Bittermandelstoffe frei werden, die mit abdestilliert werden. Anschließend, so raten die Profis, das Obst schnell verarbeiten, da das Fruchtfleisch an der Luft sehr schnell oxidiert und Fliegen die Maische verunreinigen können.



Der Verein bietet Interessenten die Möglichkeit an Schaubränden mit anschließender Verköstigung teilzunehmen. Die Teilnehmerzahl ist dabei allerdings auf 15 begrenzt. Ansprechpartner sind hierfür die beiden Brennmeister. Dort kann auch der bisher im Saarland einmalige Kiwi-Schnaps getestet und bewertet werden.

Aktuell wird der insgesamt 600 Quadratmeter große Vorplatz des Vereinsheims von der Gemeinde Tholey erneuert. In Eigenregie wird der Verein die Verlegearbeiten der Verbundsteine organisieren. Derzeit gehören dem Verein, einem der größten im Kreis St. Wendel in seiner Sparte, 292 Mitglieder an.

Der Vorstand des Vereins setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender ist Werner Klesen, sein Stellvertreter Karl Kasper. Das Amt des Kassierers hat Wolfgang Emanuel inne, Schriftführer ist Bernd Morbach. Die Brennmeister sind Karl-Heinz Loch und Franz Rudolf Schank. Das Amt des Baumwarts hat Bernd Morbach übernommen, Kelterwarte sind Manfred Scheer und Richard Hoffmann. Verantwortlich für den Gärtnertreff ist Werner Klein; Beisitzer Christoph Henkes.

Bislang einzigartig an der Saar ist der Kiwi-Schnaps des Obst- und Gartenbauvereins Hasborn-Dautweiler.
Bislang einzigartig an der Saar ist der Kiwi-Schnaps des Obst- und Gartenbauvereins Hasborn-Dautweiler. FOTO: Dirk Schäfer