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Markt
Langohr ist der Star auf dem Markt

Die Tradition, eine Osterkrone auf dem Brunnen des St. Wendeler Schlossplatz zu platzieren, feiert in diesem Jahr Jubiläum. Mehr als 2000 Eier zieren die 20. Version des Gestecks.
Die Tradition, eine Osterkrone auf dem Brunnen des St. Wendeler Schlossplatz zu platzieren, feiert in diesem Jahr Jubiläum. Mehr als 2000 Eier zieren die 20. Version des Gestecks. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Bis Sonntag ist der Ostermarkt in St. Wendel geöffnet. Die Stände bieten eine Mischung zwischen Kreativem und Kulinarischem. Von Evelyn Schneider

So richtig nach Frühling hat es sich am Donnerstag noch nicht angefühlt. Aber St. Wendels Beigeordneter Kurt Wiese versprach, beim Stadtheiligen Wendelin um gutes Ostermarkt-Wetter zu bitten. In Vertretung von Bürgermeister Peter Klär (CDU) eröffnete er die frühlingshafte Budenstadt. Diese wusste mit farbenfrohen Dekorationen den grauen Wolken am Himmel den Kampf anzusagen.


Beim Bummel durch die City grüßen aus so mancher Holzhütte Hasen den Besucher – ob als Keramikfigur oder süßes Naschwerk. Keine Frage, das Langohr ist der Star des weltlichen Teils des Osterfestes. Ausschnitte aus seiner tierisch-österlichen Welt  zeigen die Hasen-Häuschen rund um den Dom oder auch die Sonderausstellung „Lustiges Hasenleben“. Geschaffen hat diese kreativen Szenen der im August 2016 verstorbene Künstler Karl Heindl. An ihn erinnert Kurt Wiese mit den Worten: „Ohne seine Arbeiten wäre der Ostermarkt nicht, was er ist.“

Ebenso selbstverständlich gehört die Osterkrone auf dem Schlossplatz-Brunnen zu der viertägigen Veranstaltung. Sie feiert aktuell ein Jubiläum: Es ist die 20. Version. Seit dem ersten Ostermarkt 1999 schmücken Mitglieder der CDU-Frauenunion jährlich ein Geflecht aus Thujazweigen mit mehr als 2000 bemalten Ostereiern. Die Tradition der Osterbrunnen stamme aus der fränkischen Schweiz, weiß Wiese zu berichten. Früheste Nachweise stammten von 1909.



Während der Blick auf den Schlossplatz samt Osterkrone für Stammbesucher bereits vertraut ist, gibt es Jahr für Jahr auch Neues zu entdecken. So beispielweise das Coffee-Bike von Roland Diehl. Mit seinem nostalgisch anmutenden Lastenfahrrad hat er unterhalb des Doms Stellung bezogen. Auf dem dunklen Holzaufbau steht ein hochmoderner Kaffeeautomat. Damit zaubert er verschiedene Kaffee-Spezialitäten, aber auch Tee hat er im Angebot. Er wollte sich selbstständig machen, so sei die Idee zum Coffee-Bike entstanden. „Kaffeetrinker sind ein freundliches Publikum“, sagt er und lächelt. Seiner Premiere in St. Wendel soll schon im Frühsommer die Wiederholung folgen: Dann ist er mit seinem Kaffeeangebot beim „SR-Ferien-Open-Air St. Wendel“ dabei.

Bereits zum zweiten Mal hat Sabine Braka ihren Stand mit dem Schriftzug „Jollywool“ in St. Wendel aufgebaut. Die gebürtige Saarländerin, die inzwischen in Mönchengladbach wohnt, hat ihre Wollpantoffeln schon auf dem Weihnachtsmarkt im vergangenen Dezember angeboten. St. Wendel sei ein schöne Stadt mit alten Gebäuden – das mache auch den Markt interessant. Vor fünf Jahren habe sie das Stricken für sich entdeckt. Als die Kinder erwachsen waren, habe sie sich gefragt: Was kann ich tun? Ihre stets kalten Füße hätten sie zu dem Hobby inspiriert. „Meine erste Marktteilnahme war in Köln. Es war ein Reinfall“, gesteht sie. Weinend sei sie damals nach Hause gefahren. Mit der Zeit sei alles besser geworden – so auch ihre Puschen. Die Kinderpantoffeln strickt sie von Hand, für die Erwachsenenschuhe hat sie eine Strickmaschine zuhause. Auch am Stand sind Nadeln und Wolle immer dabei. Und die Heizung läuft – wie beim Weihnachtsmarkt.

Die weiteste Anreise zum Markt hatte Keramikerin Inta Radzina. Sie kommt aus Lettland, hat dort einen Familienbetrieb. Farbenfrohe Schalen, teils mit tierischen Motiven, zieren ihren Stand. Zum dritten Mal ist sie in der Kreisstadt. Auf der Suche nach Märkten im Internet sei sie auf St. Wendel aufmerksam geworden. Sie kennt sowohl den Weihnachts- als auch den Ostermarkt. „Es gefällt mir hier“, sagt sie.

Hier ein fröhliches Lied, das aus dem Lautsprecher schallt, dort kreative Bastelarbeiten, frische Blumen oder der Duft von frischgebackenem süßen Teig. Ein Bummel also, der die verschiedenen Sinne bedient. Kinder sollen übrigens besonders in der Luisenstraße auf ihre Kosten kommen. Dort gibt es erstmals eine „Kinder-Kreativ-Meile.“

ist bis Sonntag, 18. März, täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Anlässlich des Markts öffnen die Geschäfte am Sonntag, von 13 bis 18 Uhr ihre Pforten.

Die Milch wird frisch aufgeschäumt: Roland Diehl bietet an seinem Coffee-Bike Kaffeespezialitäten an. Es ist seine Ostermarkt-Premiere.
Die Milch wird frisch aufgeschäumt: Roland Diehl bietet an seinem Coffee-Bike Kaffeespezialitäten an. Es ist seine Ostermarkt-Premiere. FOTO: Evelyn Schneider
Inta Radzina reiste aus Lettland mit ihren Keramiken an.
Inta Radzina reiste aus Lettland mit ihren Keramiken an. FOTO: Evelyn Schneider
Sabine Braka präsentiert Wollpantoffeln an ihrem Stand. Nach dem Weihnachtsmarkt ist sie nun erstmals bei Ostermarkt dabei.
Sabine Braka präsentiert Wollpantoffeln an ihrem Stand. Nach dem Weihnachtsmarkt ist sie nun erstmals bei Ostermarkt dabei. FOTO: Evelyn Schneider