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Stipendien
Die Bildung auf die Fahne geschrieben

Der Rotary-Club St. Wendel Stadt traf sich zur Kennenlern-Feier mit ihren Stipendiaten im St. Wendeler Golfhotel.
Der Rotary-Club St. Wendel Stadt traf sich zur Kennenlern-Feier mit ihren Stipendiaten im St. Wendeler Golfhotel. FOTO: Frank Faber
St. Wendel. Mit Stipendien unterstützt der Rotary-Club St. Wendel engagierte Studierende. Jetzt gab es ein Kennenlern-Treffen mit den Stipendiaten.

Wenn nicht er, wer dann? „In meinem Präsidentenjahr habe ich mir die Bildung auf die Fahne geschrieben“, stellt Hubert Gottschlich, Präsident des Rotary-Clubs St. Wendel Stadt, klar. 40 Jahre war Gottschlich im Schuldienst, von 2006 bis zu seiner Verabschiedung 2017 elf Jahre als Schulleiter am Dr.-Walter-Bruch-Berufsbildungszentrum in St. Wendel. Während der Kennenlern-Feier im St. Wendeler Golfhotel trifft Rotary-Präsident Gottschlich auch auf zwei ehemalige Schüler, dessen momentane Zukunft der Club mit einem Deutschlandstipendium fördert. Insgesamt sind es elf Studenten, die derzeit mit einem Stipendium unterstützt werden.


„Sie sind der größte Förderer im Saarland“, lobt Christian Thomaser, Geschäftsführer der Studien Stiftung Saar, den Einsatz der Rotarier. Bildung, so Thomaser, sei eine gesellschaftliche Aufgabe. Dieser stellt sich der Rotary-Club seit dem Jahre 2009.

In einer Runde haben sich die Studenten ihren Förderern vorstellen können. Thorsten Bock greift dazu zur Klarinette und spielt ein klassisches Musikständchen. Der 23-Jährige stammt aus Nonnweiler-Schwarzenbach und studiert neben Musik an der Hochschule für Musik in Saarbrücken noch das Fach Mathematik. Nach dem Studium will Bock Schüler an einer Gemeinschaftsschule unterrichten. „Beide Studiengänge neben viel Zeit in Anspruch“, sagt er. Seine Stimme erklingt noch im Chor am Saarbrücker Staatstheater und er ist Mitglied eines Opernprojekts in Überlingen am Bodensee. „Es ist ganz toll, dass ich unterstützt werde und das alles so neben dem Studium auch machen kann“, meint Bock, der mittlerweile in Saarbrücken wohnt. Trotzdem musiziert er nach wie vor in der Pfarrkapelle Schwarzenbach. „Nur für die Proben bleibt mir ganz wenig an Zeit“, erklärt er. Wegen der Musik hat sich Fußballer Bock vom grünen Rasen etwas zurückziehen müssen. Vor zwei Jahren wechselte er vom Saarlandligisten VfL Primstal zur SG Neunkirchen/Nahe-Selbach in die Landesliga. „Wenn es klappt, dann spiele ich mal in der zweiten Mannschaft mit“, so der Verteidiger. Beim Allgemeinen Studierendenausschuss (AstA) greift Bock den Lehramtsstudenten bei deren Einführung noch unter die Arme.

Michael Backes aus Oberthal studiert Elektrotechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und arbeitet bei Fresenius. „Das Studium bedeutet viel Theorie, aber wenig Praxis“, relativiert Backes. Durch den Besuch von Lehrgängen will er seine Praxiskenntnisse weiter ausbauen mit dem Ziel eine Ingenieurstelle antreten zu können. „Dafür hilft mir das Stipendium enorm“, bedankt sich Backes bei den Rotariern.

Durch das Stipendium erhalten die Studenten über ein Jahr den Betrag in Höhe von 300 Euro, der nicht auf das Berufsförderungsgesetz (BaföG) angerechnet wird. Insgesamt hat der Rotary-Club dafür 19 800 Euro bei seinen Mitgliedern und Unternehmen eingeworben. „Ich hoffe, dass wir die Förderung auch in der Zukunft weiter einbringen können“, so Club-Präsident Gottschlich. Im Anschluss an die Vorstellung haben die Studenten dann noch die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen.