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Übung für das Studium und das Berufsleben

Völklingen. Im Rahmen einer Facharbeit setzten sich die Schüler der Oberstufe am Völklinger Einstein-Gymnasium mit wissenschaftlichen Fragestellungen auseinander. Bei einem ersten Kongress stellten die jungen Leute in der Aula ihre Resultate einem größeren Publikum vor. Die Übung soll auf Studium und Berufsleben vorbereiten. Von SZ-MitarbeiterThomas Annen

Gleich zu Beginn des Vortrags hakt es, die gewünschte Folie erscheint nicht auf der Leinwand. Doch der kleine Bedienungsfehler bringt Sarah Lößlein nicht aus dem Konzept, schnell hat sie die Technik im Griff. Ihr Gentechnik-Thema beherrscht die Gymnasiastin sowieso wie im Schlaf, es geht um ein neues Verfahren zur Herstellung von Medikamenten mithilfe der Tierzucht. Flüssig trägt sie die Fakten vor, das Zeitlimit von zehn Minuten ist kein Problem. "Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit", schließt die junge Expertin. Das Publikum in der fast voll besetzten Aula applaudiert kräftig: Schüler, Lehrer und Eltern sind beeindruckt. Lob gibt es auch von einem Kongress erfahrenen Zuhörer. "Das war super", schwärmt Professor Dirk Pickuth vom Caritasklinikum Saarbrücken.

Sarah Lößlein ist ebenfalls zufrieden. Ihre Nervosität, berichtet die Zwölftklässlerin in der Pause, habe sich bereits nach den ersten Sätzen gelegt. Und das kleine Missgeschick am Anfang? "Da muss man durch", stellt die 17-Jährige gelassen fest. Mit ihrem Vortrag startet am Freitagnachmittag der erste Seminarfachkongress am Völklinger Albert-Einstein-Gymnasium. Das zweistündige Seminarfach bereitet die Schüler in der gymnasialen Oberstufe auf Studium und Berufsleben vor. Im Rahmen einer Facharbeit setzen sich die jungen Leute mit wissenschaftlichen Fragestellungen auseinander.

Und sie lernen, die gewonnen Erkenntnisse allgemein verständlich zu kommunizieren. Im Flur hängen Poster zu den spannenden Themen. Die Veranstaltung bietet dem Nachwuchs die Möglichkeit, sich vor einem großen Publikum zu präsentieren. "Wir wünschen uns einen zweiten Seminarfachkongress im nächsten Jahr", sagt die stellvertretende Schulleiterin Michaela Brinkmann.

Alle Referenten machen einen prima Job. Die Kurzvorträge sind klar strukturiert, die Folien übersichtlich. Grafiken veranschaulichen wichtige Aussagen. Die Redner halten den Blickkontakt zum Publikum. Sie sprechen laut und deutlich, bringen Beispiele, erklären Fachbegriffe. Nichts wirkt auswendig gelernt, Nachfragen werden sachkundig beantwortet.

Das Themenspektrum ist weit gefächert: Mit einem Comic führt Anika Albrecht in ihren Vortrag über grüne Gentechnik ein. Anne-Kathrin Schmitz widmet sich Heinrich von Kleists Stück "Der zerbrochene Krug". Über die Verflechtungen von Sport und Politik informieren Katrin Hinze und Luca Diehl. Alexander Dahmen erklärt gemeinsam mit Max Schmidt, warum das Reisen mit Lichtgeschwindigkeit wohl für immer ein Traum bleibt.

Iklim Uzun widmet sich William Shakespeare. "Die Geschichte von Romeo und Julia hat mich schon immer fasziniert", erklärt die 18-jährige Schülerin. Das merkt auch das Publikum. Die Referentin schafft es, ihre Leidenschaft für das Thema rüberzubringen. Iklim Uzuns Fazit nach dem Vortrag: "Es war eine super Erfahrung."