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Kandidaten-Kür
Nur einer stimmte gegen Barth

SPD-Bürgermeisterkandidat Christian Barth.
SPD-Bürgermeisterkandidat Christian Barth. FOTO: Frank Faber
Sötern. SPD-Gemeindeverband Nohfelden nominiert Christian Barth als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. Von Frank Faber

Seit vier Jahren fungiert der Sozialdemokrat Christian Barth aus Sötern als Erster Beigeordneter in der Gemeinde Nohfelden. Im Mai will er nun Bürgermeister werden und Amtsinhaber Andreas Veit (CDU, seit 2005) beerben. Der 39-Jährige ist am Samstag im Söterner Gasthaus Georg in der Mitgliederversammlung des SPD-Gemeindeverbandes Nohfelden nominiert worden. Beim Wahlgang haben 42 der 44 Genossen, bei einer Enthaltung und einer Nein-Stimme, für Barth als Bürgermeisterkandidaten votiert.


„Ich habe einen perfekten Start hingelegt, der erste Schritt in Richtung Nohfelder Rathaus ist getan“, freut er sich über das ihm mit „überwältigender Mehrheit“ entgegengebrachte Vertrauen. 14 Jahre sitzt der Kriminalhauptkommissar für die SPD im Gemeinderat und weiß „auch wenn vieles gut läuft, gibt es noch viele Baustellen, die in der Gemeinde beackert werden müssen“. Etliche der 13 Ortsteile (zwölf Gemeindebezirke) sieht er als stiefmütterlich behandelt. „Nur Nohfelden und Türkismühle sind im Bereich der Nahversorgung ausreichend versorgt, der Einzelhandel ist nicht befriedigend gelöst“, mäkelt Barth, dem deshalb die Installation von Dorf- oder Bürgerläden vorschweben. Überhaupt müsse ein strukturiertes Dorferneuerungsprogramm in allen Ortsteilen angegangen werden.

Barth ist stellvertretender Ortsvorsteher in Sötern und Mitglied in mehreren Vereinen „den Keimzellen des örtlichen Zusammenlebens“. Deshalb will der Junggeselle weitere Netzwerke „Bürger für Bürger“ aufstellen, bereits bestehende Initiativen in der Gemeinde stärken und zusätzliche Kommunikationsplattformen anbieten. Aber einen Neubau der Grundschule Nohfelden am ins Auge gefassten Standort Türkismühle lehnt er ab. „Das ist ein Wunsch von Lehrern und Eltern. Ich bin weiterhin für die beiden Standorte Sötern und Gonnesweiler“, bezieht Barth klar Position. Eine Vorbildfunktion nimmt für Barth der Ort Neunkirchen/Nahe auf dem Weg zum Energiedorf ein. „Ich will noch weitere Bioenergiedörfer gestalten und dazu frühzeitig die Bürger mitnehmen“, steht auf seiner Agenda. Auch die Breitversorgung will er als Bürgermeister vorantreiben und bei der Schuldenlast der Gemeinde den Sparkurs einhalten. Die Verwaltung müsse sich als Dienstleister für die Bürger verstehen und bei der interkommunalen Zusammenarbeit mit sachgerechten Lösungen Einsparpotenziale erzielen. „Ich will meine 20-jährige Erfahrung in der Kommunalpolitik und aus dem Vereinsleben in den Bürgermeister-Job einbringen, die Problemfelder, die wichtig sind angehen und zum Wohle der Bürger umsetzen“, verspricht Barth den Parteigenossen.



SPD-Kreischef Magnus Jung charakterisiert den 39-jährigen als „Talent mit viel Erfahrung, der sich mit viel Idealismus für die Gemeinde einsetzen wird“. Bei den beiden zurückliegenden Bürgermeisterwahlen waren die SPD-Kandidaten Eckhard Heylmann und Jörg Vogt am derzeitigen Rathauschef Andreas Veit gescheitert. Seit 1974 sitzt ein CDU-Politiker auf dem Bürgermeistersessel in Nohfelden.