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Blasmusik wie in guten, alten Zeiten

Magnus Willems hat Saarbrücken aus privaten Gründen verlassen. Foto: Becker & Bredel
Magnus Willems hat Saarbrücken aus privaten Gründen verlassen. Foto: Becker & Bredel FOTO: Becker & Bredel
Saarbrücken. Sechs Jahre lang war Magnus Willems Chef der Saarbrücker Stadtkapelle. Nun hat er seinen beruflichen Schwerpunkt nach Heilbronn verlegt. Das Orchester wird jetzt von Matthias Weißenauer geführt, Solopaukist am Saarländischen Staatstheater. Und der hat viel vor. Von SZ-Mitarbeiter Stefan Uhrmacher

Dirigentenwechsel bei der Stadtkapelle Saarbrücken. Seit 2007 führte Magnus Willems den Stab bei dem 1959 aus der Taufe gehobenen Amateurensemble. Auf ihn folgt nun Matthias Weißenauer, hauptberuflich Solopaukist im Saarländischen Staatsorchester.

Die Änderung der Personalie bietet die Gelegenheit zu Aus- und Rückblicken. "Magnus Willems hat mit dem Orchester sehr musikalisch gearbeitet, es klang dadurch vieles sehr locker und selbstverständlich", bilanziert der Vorstandsvorsitzende der Stadtkapelle, Thomas Kitzig: "Manchmal ging er für das Orchester ungewöhnliche Wege, etwa mit der Aufführung des Konzerts für Cello und Blasorchester von Friedrich Gulda." Nun habe Willems "seinen beruflichen Schwerpunkt aus privaten Gründen nach Heilbronn verlegt", sei dort als Dozent für Posaune tätig und leite ein Orchester.

Matthias Weißenauer, so Kitzig, habe früher selbst in der Stadtkapelle mitgespielt und bringe sehr viel Erfahrung als Orchestermusiker und als Leiter von Blasorchestern mit, etwa als Dirigent der Bergkapelle St. Ingbert. "Vorstand und Orchester möchten mit dem neuen Dirigenten die Tradition der Stadtkapelle pflegen und das Orchester auch weiterhin für neue (Repertoire-)Wege begeistern", fasst Kitzig die an den Neuen geknüpften Erwartungen zusammen.

Matthias Weißenauer weiß Saarbrückens berühmtestes Blasensemble als "ein hochmotiviertes Orchester" zu schätzen und hegt mancherlei Pläne. Steigerungsbedarf sieht der Neue vor allem bei musikalischen Details wie "Zusammenspiel, Intonation und Dynamik". Außerdem möchte er in den Proben mehr am "Klang" arbeiten. Bei seiner Programmplanung behalte er einerseits den Publikumsgeschmack im Auge, betont Weißenauer, er wolle aber auch Stücke auswählen, "bei denen das Orchester lernen kann und Spaß beim Spielen hat".

Intensiviert werden sollen die Konzertaktivitäten: Weißenauer strebt nach Höherem, was die Zahl der Auftritte angeht wie auch deren Größenordnung.

Generell will er versuchen, mit dem Blasorchester "mehr in der Öffentlichkeit aufzutreten und die Jugend- und Nachwuchsarbeit anzuregen".

Zentrales Ziel von Matthias Weißenauer ist es, "den Wiedererkennungswert der Stadtkapelle wie zu Zeiten von Hermann Kahlenbach wieder herzustellen". Kahlenbach hatte das Ensemble von 1977 an 22 Jahre unter seinen Fittichen, versorgte es eifrig mit Noten aus eigener Feder und baute das überregionale Renommee aus.

Konzentrierter Einsatz ist gefragt, um an jene Tage anzuknüpfen. Das lässt Matthias Weißenauers Äußerung "Ich hoffe auf eine gute und disziplinierte Zusammenarbeit" erkennen.