Neuer Dirigent der Stadtkapelle setzt auf Altbewährtes

Weniger Filmmusik aus Hollywood, dafür mehr „Berliner Luft“: Mit einem neuen Programm überzeugte die Stadtkapelle Saarbrücken ihr Publikum beim Frühjahrskonzert. Auch das Saar-Wind-Orchestra war in Spiellaune.

Viel Neues präsentierte die Stadtkapelle Saarbrücken beim Frühjahrskonzert: Das lag nicht alleine daran, dass das Orchester mit Matthias Weißenauer einen neuen Dirigenten hat. Während die Stadtkapelle zuletzt meist in der Congresshalle oder beim Saarländischen Rundfunk gespielt hatte, lud sie dieses Mal in die Güdinger Festhalle. Dort probt das Orchester auch. Schließlich führte nicht mehr Musiker Jörg Lisson durch das Programm. Die Moderation übernahm der Vorsitzende Thomas Kitzig.

Anders als Sarah Britz, die liebevoll die Titel des Saar-Wind-Orchestras aus Rilchingen-Hanweiler angekündigt hatte, stellte Kitzig das Stadtkapellenprogramm "en bloc" vor. Das Saar-Wind-Orchestra übernahm die erste Hälfte des Frühjahrskonzertes. Die Stadtkapelle spielte anschließend mit neuem Repertoire. Statt Hollywood-Kompositionen wie "Star Wars" gab es wieder mehr Musik aus dem Genre "Easy Listening", das der 2002 verstorbene Stadtkapellen-Dirigent Hermann Kahlenbach einst mitgeprägt hatte.

Sachlich dirigierte auch Weißenauer die Stadtkapelle. Ganz anders als sein Vorgänger, der gestenreiche und stets präsente Magnus Willems, der seine Karriere in Baden-Württemberg fortsetzt. Also mehr Musik, die an Kahlenbach erinnerte. Freunde des zuletzt in Bischmisheim lebenden Komponisten und Arrangeurs durften sich über dessen "Freizeitfreuden" und das Paul-Lincke-Lied "Berliner Luft" freuen. Letzteres ist traditionell das Schlusslied der Berliner Philharmoniker bei deren Saisonabschlusskonzert - und ein solches Lied hat auch die Saarbrücker Stadtkapelle.

So spielte sie als letzte Zugabe des Sonntagabends den "Finsterwaldemarsch", bei dessen Schluss die eingefleischten Fans der Stadtkapelle gerne mitsingen. Denn aus besagtem Marsch stammt die Melodie zum Gassenhauer "Mir sinn Saarbrigger unn spiele Klicker".