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Beitragen zu Toleranz gegenüber fremden Kulturen und Minderheiten

Saarlouis. Am Freitag endet das Projekt „Salziger Kaffee“ des Stadtgartenmuseums mit einer Aufführung. Schüler beschäftigen sich darin mit dem Thema Toleranz. Das Projekt ist auch Beitrag des Wettbewerbs „Trialog der Kulturen“. Von SZ-RedakteurJohannes Werres

"Salziger Kaffee" heißt ein aufwendiges Projekt des Stadtgartengymnasiums Saarlouis (SGS), das am Freitag, 31. Januar, mit einer großen Theateraufführung im Vereinshaus Fraulautern endet. Schüler der Klassenstufen neun bis zwölf des SGS und der Partnerschule in Budapest, dem Deutschen Nationalitätengymnasium, haben sich parallel ein Jahr lang mit dem Thema Toleranz beschäftigt. Zwei der beteiligten Gruppen, die Kurse Darstellendes Spiel und Projektmanagement, sowie Budapester Schüler haben das Theaterstück "Salziger Kaffee" geschrieben und einstudiert. Unterstützt werden sie von der ungarischen Theatergruppe "kulturell Offensive".

Grundlage des Stücks ist eine Sammlung von Lebensgeschichten verfolgter jüdischer Frauen vor allem aus Ungarn, die Katalin Pécsi herausgegeben hat. Die Schüler beider Gymnasien haben zunächst per Internet zusammengearbeitet, dann trafen sie sich zum Proben in der Nähe des KZ Flossenbürg, in dem viele jüdische Häftlinge aus Ungarn umgebracht wurden.

Ziel des Projektes ist ein Beitrag zu Toleranz gegenüber Minderheiten und anderen Kulturen. Ein Jahr lang ging es in verschiedenen Schulfächern um einen verantwortungsvollen und aktiven Einsatz junger Leute für Menschenrechte und gegen jede Form von Rassismus.

Das Toleranzprojekt führt die Begegnung von SGSlern mit dem Holocaust-Überlebenden Aleksander Laks aus Rio fort. Christian Lanyi, stellvertretender Schulleiter, hatte während seiner Tätigkeit an der Deutschen Schule in Rio de Janeiro Laks kennen gelernt. In Saarlouis übersetzte er mit einer Schülergruppe die portugiesisch geschriebenen Lebenserinnerungen von Laks und veröffentlichte sie auf Deutsch.

Das Toleranzprojekt wird von der Stadt Saarlouis unterstützt. Es ist zugleich ein Beitrag des bundesweiten Schulenwettbewerbs "Trialog der Kulturen", den die Herbert-Quandt-Stiftung ausschreibt.

"Salziger Kaffee" wird am Freitag, 4. April, auch in Budapest aufgeführt.

"Salziger Kaffee", Freitag, 31. Januar, 19 Uhr, Vereinshaus Fraulautern. Ab 18 Uhr präsentieren deutsche und ungarische Gymnasiasten im Foyer ihre Arbeitsergebnisse.



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