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Mit Volldampf durch die Sommerhitze

Einmal Lokführer sein: Dieser Traum ging für Markus Treber auf der Gartenbahn in Namborn in Erfüllung. Foto: B&K
Einmal Lokführer sein: Dieser Traum ging für Markus Treber auf der Gartenbahn in Namborn in Erfüllung. Foto: B&K FOTO: B&K
Namborn. Zum 13. Mal hat der Dampfbahnclub Namborn zum Fest auf seine Anlage geladen. Bei strahlendem Sonnenschein genossen die kleinen Besucher Touren auf der Dampflok. Schattige Plätze bot die Anlage zur Genüge. Oswin Sesterheim

"Ist das cool", schwärmt der neunjährige Tristan Münster. Und meint damit die Fahrt auf der Bahn des Dampfbahnclubs Namborn . Hunderte von Kindern vergnügten sich beim 13. Dampfbahnfest. Doch auch die Erwachsenen hatten schnell das richtige Plätzchen auf der parkähnlichen und beschaulichen Vereinsanlage mit eigenem Biergarten gefunden.


50 Cent kostete es, zwei Runden mit den Minizügen auf den fünf Zentimeter bereiten und 600 Meter langen Gleisen zu drehen. Bis in die Abendstunden war der Andrang riesengroß. Gut bei dieser Hitze: Die Fahrten auf der Gartenbahn oberhalb des Namborner Fest- und Kirmesplatzes ging größtenteils an Schatten spendenden Bäumen und Sträuchern vorbei.

Die Eltern von Joelle, Maximilian und Lea Seibert (vier, sieben und acht Jahre alt) aus Nohfelden mussten lange ausharren. Ihren Sprösslingen gefiel es so gut, dass sie von den Fahrten nicht genug bekommen konnten. "Ich habe von der Veranstaltung aus dem Internet erfahren", sagte Melanie Lindegarden aus St. Ingbert, die mit ihrem dreieinhalbjährigen Sohn Leo nach Namborn gekommen war. "Ich bin begeisterter Eisenbahnfan, dass hier ist genau das Richtige für mich", freute sich der sechsjährige Lukas Schröder aus Wiebelskirchen. Die von den Erbauern gezeigten Ausstellungsstücke weckten bei den Besuchern nostalgische Gefühle. Erik Maaßen von der Altenhof-Bahn in Trier zeigte unter anderem eine Wangenroder-Insel-Dampflok. Sie war in den 1920er-Jahren auf den Schienen und ist heute auf der Insel ausgestellt. Rolf Braun aus Koblenz hatte diesmal eine bayerische Lokalbahn dabei, die bis in die 60er-Jahre als Einmannbetrieb im Einsatz war. Die rote V 100 von Wilhelm Urban aus Heidelberg mit angehängten drei Eaos Wagen wird dagegen noch heute im Personen- und Güterverkehr eingesetzt.



Die Exponate von Jan Papp und Julias Röhrig vom Rhein-Main und Rhein-Lahn waren eine "Tigerli" als Schweitzer -Rangierlok mit angehängten Wagen für den Schwerlastverkehr und eine Dampflok der Baureihe 81. Bei Volker Möck (Heilbronn) war es eine Diesellok mit großen Sitzwagen und für Markus Klein (Wadgassen) ein Nachbau der ebenfalls bekannten Dampflok "Rosina". Peter Vögtlin aus Pratteln bei Basel, erklärte eine Lok der Baureihe 44 mit Dreizylinder, die als Übergangskriegslok in der Schweiz eingesetzt wurde, und fügte an: "Ich bin zum ersten Mal hier, die Atmosphäre ist fantastisch". Eine besondere Attraktion war ein mit einer Dampfmaschine angetriebenes Kinderkarussell, eine Art Schiffschaukel für vier Personen, die Bernhard Spalinger aus Brütten in der Schweiz mitgebracht hatte. Zum Programm gehörte außerdem der Ballonkünstler Tim Scherer aus Achtelsbach oder eine Show des Zauberers Martin Mathias.