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Kita
Kinder spüren Alltagsphänomene auf

Koodinatorin Birgit Abel (links) hat die Kinder zu einem Experiment versammelt, aber alle Versuche schlagen fehl.
Koodinatorin Birgit Abel (links) hat die Kinder zu einem Experiment versammelt, aber alle Versuche schlagen fehl. FOTO: Frank Faber
Hirstein. Der Kindergarten Regenbogenland in Hirstein ist jetzt ein „Haus der kleinen Forscher“.Mit großem Wissensdurst entdecken die Kleinen allerhand Erstaunliches. Von Frank Faber

Die Mülldetektive aus dem Kindergarten Regenbogenland in Hirstein sind kürzlich beim Wettbewerb „Forschergeist“ zum Landessieger gekürt worden (wir berichteten). Eine weitere Auszeichnung hat nicht lange auf sich warten lassen. Die Kita ist jetzt zum „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert worden. Eine gleichnamige Stiftung, vertreten durch den Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar), hat dem Kindergarten die Auszeichnung verliehen. „Hier ist es gelungen, dass die Erzieherinnen und die Kinder die Kita als einen Ort des Forschens entwickelt haben“, sagt Birgit Abel, Koordinatorin des Netzwerks ME Saar.


Seit 2010 gehört das Erforschen von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (kurz: MINT) fest zu Alltag der Hirsteiner Kita. Begleitend dazu haben die Erzieherinnen Christa Becker und Bärbel Berwian mehrere Workshops und Fortbildungen der Bildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher“ besucht. „Dadurch sind dann ständig Tipps und neue Ideen in den Kindergarten gekommen“, lobt Abel. Sie lässt sich nicht nur vom Gesang der Kinder bespaßen, sondern hat selbst ein Experiment mitgebracht. „Was passiert, wenn man eine Orangenschale über einem Luftballon ausdrückt?“, fragt Abel die Kinder. „Der Ballon platzt“, ruft sofort ein Junge. Bei Abels Versuch passiert allerdings gar nichts. Und warum? „Weil der Wind hier draußen zu stark ist“, klärt ein Kindergartenkind auf. Dann legen die Mülldetektive selbst los und zeigen, wie richtig sortiert werden muss. „Wo kommt der Abfall hin?“, singen sie dabei.

Gemeinsam mit den Pädagoginnen beobachten und erforschen die Kinder Phänomene in ihrem Alltag. Als Lernbegleitung fördern die Erzieherinnen eine Reihe von Kompetenzen, die die Kinder für ihren Lebensweg benötigen, wie Sach- und Sprachkompetenz, Feinmotorik und ein Zugewinn an Selbstbewusstsein und innerer Stärke.



Doch nur bei der Zertifizierung, die für zwei Jahre gültig ist, sollte es an diesem Tag nicht bleiben. Der Förderverein hat dem Kindergarten zudem den fertiggestellten Forscher-Bauwagen übergeben können. Insgesamt 8000 Euro an Materialkosten und viele ehrenamtlichen Helferstunden sind bis zur Abnahme in den Forscherwagen gesteckt worden. „So etwas habe ich ja noch nicht gesehen“, staunt die Koordinatorin Abel. Der Wagen soll nun für die anstehenden Forschungsprojekte genutzt werden.