| 20:33 Uhr

Volleyball
Eine Spätstarterin in Sachen Volleyball

Doreen Werth (rechts) hat den Ball angenommen. Links wartet Noreen Geenen auf das Zuspiel. Die Mittelblockerin geht seit zwei Jahren für den SSC Freisen, zuvor hatte sie lange Jahre Handball gespielt.
Doreen Werth (rechts) hat den Ball angenommen. Links wartet Noreen Geenen auf das Zuspiel. Die Mittelblockerin geht seit zwei Jahren für den SSC Freisen, zuvor hatte sie lange Jahre Handball gespielt. FOTO: B&K / Bonenberger
Freisen. Noreen Geenen trifft an diesem Samstag in der Volleyball-Regionalliga mit ihrem SSC Freisen auf Bad Soden II. Dass die 26-Jährige einmal für einen Regionalligisten ans Netz gehen würde, war noch vor wenigen Jahren nicht absehbar. Von Philipp Semmler

Ein bisschen kurios ist es ja schon: Früher war Noreen Geenen froh, wenn ein Ball von ihr ins Netz ging. Heute ärgert sich die 26-Jährige darüber. Der Grund: Geenen hat die Sportart gewechselt. Bis zu ihrem 18. Lebensjahr spielte die SSC-Akteurin ausschließlich Handball bei ihrem Heimatverein, der HSG Bexbach. Landete da ein Ball von ihr im Netz, war das ein Tor für ihre Mannschaft – und der Jubel war groß.


Doch mit 18 entdeckte Geenen noch eine andere Sportart. „Das hing im wesentlichen damit zusammen, dass ich nun ein Auto hatte“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Trier und lacht. Die heute 26-Jährige begann, beim TV Kirkel mit dem Volleyball – und Bälle im Netz bedeuteten fortan ein Ärgernis. Denn dann war es ein Punkt für den Gegner.

 Mittlerweile hat sie sich für den Volleyball entschieden. Nach ihrem studienbedingten Umzug nach Trier betrieb sie ein paar Jahre lang noch beide Sportarten parallel, doch mittlerweile ist Geenen nur noch am Netz aktiv.

Nach Freisen kam die 1,76 Meter große Spielerin aus Bexbach im Sommer 2016 eher durch Zufall. „Mein damaliges Team, der TuS Holzerath, hat sich aufgelöst“, erzählt Geenen. Mit dem TuS spielte sie damals in der Verbandsliga. „Ich habe dann geschaut, was es noch für andere Möglichkeiten gibt. Doch ich habe in der Umgebung von Trier nichts gefunden“, verrät die 26-Jährige. Der Grund: Geenen wollte es einmal in einer höheren Liga versuchen – doch in Trier gibt es keinen Volleyball-Verein, der überregional spielt.

Über eine Internet-Recherche wurde Geenen dann auf den SSC Freisen aufmerksam. „Ich habe einfach mal bei Trainerin Brigitte Schumacher angerufen. Sie hat gesagt, ich solle ins Probetraining kommen – und das hat mir sehr gut gefallen. So bin ich hier gelandet“, verrät Geenen lachend.



Über ihr aktuelles Team spricht sie in den höchsten Tönen. „Ich war ja schon bei einigen Mannschaften. Aber so gut wie in Freisen bin ich noch nirgendwo aufgenommen worden. Hier ist es großartig.“

Und auch sportlich hatte der Wechsel für Geenen den gewünschten Effekt: „Ich denke, dass ich mich durch das anspruchsvolle Training enorm weiterentwickelt habe“, sagt die Mittelblockerin. Das bestätigt auch Übungsleiterin Schumacher: „Noreens Entwicklung ist absolut positiv. Und man muss den Hut vor ihr ziehen, dass sie es auf sich nimmt, immer von Trier hierher zu kommen. Denn in der Volleyball-Regionalliga verdient man ja als Spielerin keinen Cent.“

Nicht nur, aber auch dank der guten Entwicklung von Geenen steht der SSC Freisen nach der ersten Saisonhälfte auf Rang eins der Tabelle in der Regionalliga. An diesem Samstag will der SSC seine Spitzenposition verteidigen. Der Ligaprimus empfängt um 18.30 Uhr in der Bruchwaldhalle die TG Bad Soden II. Der Gegner aus dem Taunus ist Tabellen-Sechster. Das Hinspiel in Bad Soden gewann Freisen klar mit 3:0.