Die Heimstätte der Mönche

Mit der Sanierung des Lenoir-Baus schließt die Benediktinerabtei Tholey ein weiteres wichtiges Bauvorhaben ab. Eine halbe Million Euro hat das gekostet. Das nächste große Projekt, mit Pfarrgemeinde und Bistum, ist die Erneuerung der Kirche. Am Sonntag, 12. Juli, laden die Mönche zum Klosterfest nach Tholey.

 Der sanierte Kreuzgang des Klosters.
Der sanierte Kreuzgang des Klosters.
 Bruder Wendelinus Naumann (links) und Abt Mauritius Choriol.
Bruder Wendelinus Naumann (links) und Abt Mauritius Choriol.

Eine Pumpe saugt den Staub aus dem Heizungsraum, damit zwei Handwerker dort weiter arbeiten können. Am Kreuzgang stehen zwei Maler auf Leitern, streichen die Holzverkleidung mit weißer Farbe. Im Kreuzgang selbst befestigen weitere Fachkräfte einen schweren historischen Grabstein an einer Wand. Eindrücke beim Rundgang durch die Wohnstätte der Mönche , die Klausur, am Dienstag. Die Arbeiten zur Sanierung des Lenoir-Baus sind bis auf Kleinigkeiten abgeschlossen, ein weiterer wichtiger Bauabschnitt der Modernisierung der Abtei Tholey . Unter anderem wurden neue Fenster eingebaut, die Haustechnik erneuert, die Räume grundlegend saniert. Darüber berichteten Abt Mauritius Choriol und Bruder Wendelinus Naumann im SZ-Gespräch.

Das Untergeschoss des dreistöckigen Barockbaus aus dem Jahr 1772 beherbergt neben Lagerräumen die etwa 40 000 Bände umfassende Bibliothek der Abtei. Im Hauptgeschoss befinden sich der Speisesaal der Mönche , die Klosterküche und der Lesesaal. Im Obergeschoss ein Gebetsraum (Oratorium) und Mönchszellen.

Außerdem wurde der aus den 1950er-Jahren stammende Kreuzgang saniert, der den Lenoir-Bau und den Pfortenbau miteinander verbindet.

Etwa eine halbe Million Euro hat die Abtei in den Lenoir-Bau investiert. Die Gelder stammen vom Bistum Trier , aus Denkmalmitteln, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Landkreis St. Wendel, privaten Spendern und aus Eigenmitteln der Abtei.

Derzeit läuft zudem die Erneuerung der Heizungsanlage, die das Kloster und die Kirche mit Wärme versorgt. Ein gemeinsames Projekt von Abtei und Pfarrgemeinde mit Unterstützung des Bistums Trier. Die Kosten betragen hier knapp 100 000 Euro.

Seit 2009 wird das ältestes Kloster Deutschlands in mehreren Bauabschnitten saniert. So wurde der Klostergarten neu gestaltet, das barocke Teehaus ebenso. Das Geistliche Zentrum im Kapitelsaal-Gebäude wurde 2010 errichtet, das Gästehaus Lioba erweitert. Der umgestaltete Pfortenbau mit den Mönchszellen im Obergeschoss wurde im vergangenen Jahr fertig. Ebenfalls 2014 bekam die Kirche ein neues Dach.

Gemeinsam mit Pfarrgemeinde und Bistum will die Abtei nun in einem weiteren Schritt das Gotteshaus selbst sanieren. Dazu gehören der Einbau neuer Stromleitungen, die Erneuerung der Fenster und die Reinigung der Innenfassade.

All diese Arbeiten sind für Abt Mauritius Choriol zwar wichtig, aber kein Selbstzweck. Deshalb freut er sich, dass die Angebote des Klosters immer stärker nachgefragt werden, dass die Zahl der Unterstützer wächst und es immer wieder Anfragen für das Mönchsleben gibt. Choriol: "Nach den Ferien kommen zwei weitere Kandidaten." Jüngster Neuzugang ist der Historiker Johannes Naumann. Seit vergangenem Freitag ist er Novize, trägt den Namen Wendelinus. Das Noviziat dauert ein Jahr, dann kann Naumann die zeitliche Profess ablegen, mit der er sich mehrere Jahre als Mönch bindet. Trotz eines Todesfalles bleibt damit die Zahl der Mönche mit 13 konstant. "Ich würde mich freuen, wenn es noch fünf mehr werden", sagt der Abt. Tholey sei nie ein großes Kloster gewesen. Vor der Französischen Revolution hätten hier maximal 28 Mönche gelebt.

Auf einen guten Besuch hoffen die Mönche auch am kommenden Sonntag, 12. Juli. Denn traditionell am Sonntag nach dem Festtag des heiligen Benedikt findet das Tholeyer Klosterfest statt. Zu Beginn zelebriert Abt Mauritius Choriol um 10 Uhr ein Pontifikalamt, das von der Schola der Abtei unter der Leitung von Alfons Kreutzer mitgestaltet wird.

Der Barockgarten mit Gästehaus, Teehaus, Brunnenanlage und historischem Pilgersaal bildet die Kulisse für das Fest. Besucher haben die Gelegenheit mit den Mönchen ins Gespräch zu kommen und sich bei Führungen durch die Kirche zu informieren. Um 17.30 Uhr endet das Klosterfest mit der Feier der Vesper in der Kirche. Gleichzeitig findet der Kräutermarkt der Gemeinde rund um das Rathaus statt.