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„Bliesen braucht ein Einkaufszentrum“

„Bliesen braucht ein Einkaufszentrum“

Jahrzehntelang konnten die Bliesener im Ort einkaufen. An diesem Samstag aber öffnet der Einkaufsmarkt an der Hauptstraße zum letzten Mal. Einig sind sich die Kommunalpolitiker, dass der St. Wendeler Stadtteil ein Nahversorgungszentrum braucht.

Der Einkaufsmarkt in Bliesen schließt, hat an diesem Samstag zum letzten Mal geöffnet. Das hat die Firma Neu Handels KG aus Überherrn, Betreiber des Marktes, bestätigt. Die Mitarbeiter würden in anderen Filialen übernommen. Die Neu Handels KG ist Mieter des Marktes, Besitzer ist die Familie Dupont. Diese bemüht sich seit Monaten um einen neuen Mieter : "Wir haben bis zum Schluss versucht, weiter einen Marktbetreiber zu finden", betont Stefan Dupont. Ein Verbrauchermarkt ist zudem in einem Bauprojekt eines anderen Investors auf der gegenüberliegenden Straßenseite vorgesehen. Mit dessen Planung wird sich der Stadtrat St. Wendel in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 18. Dezember beschäftigen. Das hat die Stadtverwaltung mitgeteilt.

Thema im Stadtrat

"Bliesen braucht auch künftig ein Einkaufszentrum", mit diesen Worten hat sich Torsten Lang, Fraktionschef der SPD im Stadtrat und Bürgermeisterkandidat seiner Partei, zu Wort gemeldet. Eine kurzfristige Anschlussregelung nach Schließung des Marktes sei nicht in Sicht. Wenn auf Dauer der Stadtteil Bliesen ohne Nahversorgungsangebot für die dort lebenden Menschen bleiben würde, sei dies ein Armutszeugnis für die Entwicklung der Stadtteile. Lang: "Alle Verantwortlichen sind gefordert, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden, dass man in Bliesen auch künftig für den täglichen Bedarf einkaufen kann". Deshalb werde die SPD in der nächsten Stadtratssitzung dieses Thema auf die Tagesordnung setzen.

Was auch die Stadtverwaltung tut. Sie will, dass der Rat in der Dezembersitzung über einen Bebauungsplan in Bliesen beschließt, der den Bau eines Verbrauchermarktes mit einschließt. Man nehme die Sorgen der Bevölkerung ernst und habe sich umgehend der Lösung des Problems angenommen, schreibt der Erste Beigeordnete, Peter Klär, Bürgermeisterkandidat der CDU , in einer Mitteilung. Der Stadtrat habe schon im vergangenen Jahr unabhängig vom Wegfall des Edeka-Marktes die Aufstellung eines Bebauungsplans zur Stärkung des Bliesener Ortskerns beschlossen. Die Grundidee der Stadtplaner: Im Bereich der Straßen Zum Augenborn, Zum Puhl und Kirchstraße sollen neue Verkaufsflächen, Dienstleister und Wohnen den Dorfkern aufwerten.

Nachdem vor einigen Wochen die Schließung des Edeka-Marktes feststand, habe man diese grundlegenden Vorstellungen schnell der neuen Situation anpassen können.

In Abstimmung mit einem in diesem Bereich aktiv gewordenen Projektentwickler habe man einen bedarfsgerechten Verbrauchermarkt mit etwa 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche und entsprechenden Parkplätzen konzipiert. Laut Projektentwickler stehe eine vertragliche Zusage eines Filialisten im Raum, so die Stadtverwaltung. Weitere Dienstleister sollen hinzukommen, im südlichen Teilbereich stehende Gebäude sollen zum Teil abgebrochen und durch Neubauten ersetzt werden.

Voraussetzungen schaffen

Die Stadt St. Wendel selbst besitze hier keine Flächen und könne daher nur die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen, so Klär. Der entsprechende Bebauungsplan soll in der nächsten Sitzung des Stadtrates verabschiedet werden. Peter Klär betont: "Wir profitieren nun von unserer zukunftsorientierten Planung, wenn es darum geht, den Edeka-Markt zu ersetzen."

Dass ein Einkaufsmarkt für Bliesen wichtig ist, das hat der Ortsrat in einer einstimmig verabschiedeten Stellungnahme schon im Oktober unterstrichen. Darin heißt es: "Ein Geschäft zur Deckung des täglichen Lebensbedarfes wird dringend benötigt und gehört in die Ortsmitte von Bliesen ." Das betonte Ortsvorsteher Werner Maldener, CDU , im SZ-Gespräch: "Bliesen braucht einen Einkaufsmarkt im Ort." So sieht es auch der Sprecher der SPD-Fraktion im Ortsrat, Armin Fuchs: "Ein Einkaufszentrum ist eine wichtige infrastrukturelle Institution, vor allem zur Versorgung der älteren Bürger."