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Alexander Bock gewinnt Marathon in St. Wendel - Sammy Schu wird Zweiter

Marathon in St. Wendel : Bock wiederholt seinen Vorjahressieg

Beim 13. St. Wendeler Marathon hat Alexander Bock vom LC Rehlingen am Sonntag seinen Titel verteidigt – auch weil der favorisierte Vereinskollege Tobias Blum auf die Halbdistanz umsattelte. Am Start waren insgesamt 1900 Läufer.

Kühl war’s am Sonntagmorgen. Und deshalb hatte sich der Theleyer Florian Lauck (LSG Saarbrücken-Sulzbachtal) beim 13. Globus-Marathon in St. Wendel für den Lauf über die Zehn-Kilometer-Distanz etwas dicker angezogen – und gab nach dem Startschuss Gas. Nach 35,07 Minuten lief Lauck als Sieger ins Ziel. Der Franzose Cedric Pietzsch folgte 20 Sekunden hinter ihm. „Es war ganz in Ordnung, und ich wollte ein bisschen locker laufen“, sagte Lauck. Denn ein paar Stunden später musste der Kicker aus der zweiten Mannschaft des VfB Theley im Abstiegsspiel der Bezirksliga St. Wendel gegen die SG Hoof-Osterbrücken wieder ran.

Derweil trabte Alexander Bock (LC Rehlingen) gemeinsam mit Sammy Schu (LTF Marpingen) vor dem Marathonlauf (42,195 Kilometer) noch locker durch die menschenleere Bahnhofstraße. 2018 hatten die beiden das Rennen unter sich ausgemacht. Auch am Sonntag waren sie lange Zeit unzertrennlich. Bei Kilometer 18,6 lagen sie gleichauf mit dem Österreicher Roman Thürauer, der später aber völlig einbrach. „Der Gegenwind war nicht schlimm. Sammy und ich sind dann fast die komplette zweite Runde zusammengelaufen“, berichtete Bock hinterher. Dann zog er das Tempo an und hatte bei Kilometer 39,1 einen Vorsprung von 30 Sekunden herausgelaufen. Den hielt Bock bis ins Ziel an dem mit Zuschauern nur spärlich gesäumten Schlossplatz.

„Für mich ist es super gelaufen. Ich wollte den Lauf gewinnen und meine Zeit aus dem vergangenen Jahr verbessern“, freute sich Bock über seine gelungene Leistung. Mit der Gesamtzeit von 2:35,14 Stunden war er über die 42,195 Kilometer mehr als drei Minuten schneller als im Vorjahr und verbesserte den Rekord über die Strecke, wie sie seit 2018 gelaufen wird. Sein Dauerbegleiter und der Zweitplatzierte Schu (2:35,42 Stunden) toppte seine persönliche Bestzeit ebenfalls klar – um mehr als vier Minuten. „An der Zeit gibt es nicht zu meckern“, meinte Schu mit einem strahlenden Gesichtsausdruck.

Eine knappe Viertelstunde nahmen die beiden im Zielbereich Glück­wünsche an und waren gefragte Gesprächspartner bei Presse und Fernsehen, bis die erfahrenen Ausdauersportler einliefen. Jörg Hooß (Altersklasse M 55) von den LTF Marpingen wurde in einer Zeit von 2:49,10 Stunden Dritter.

Bei den Frauen gewann die Ungarin Erika Csomor (3:07,41 Stunden). Der eigentliche Marathon-Favorit Tobias Blum (LC Rehlingen) absolvierte nur die halbe Distanz. „Ich habe kurzfristig umgeswitcht, da ich mitten im Training über 10 000 Meter auf der Bahn bin.“ Eine Zeit von 68 Minuten peilte er für die 21,1 Kilometer lange Halbmarathonstrecke an. „Die ersten fünf Kilometer wollte ich in 15 Minuten laufen und dann folgten Tempowechsel“, erklärte Blum. Wie ein Uhr spulte er seine Vorgaben während der verkürzten Stadttour ab – und war punktgenau in 1:08,26 Stunden wieder im Ziel.

Die Veranstaltung hat bei den kühlen Temperaturen nach Angaben der Polizei lediglich 2500 Zuschauer an die Strecke gelockt. Laut Stadt St. Wendel sind insgesamt 1900 Läufer beim 13. Marathonlauf über die verschiedenen Strecken gestartet – davon rund 400 Nachwuchsläufer im Alter ab sechs Jahren, die am Kids-Marathon teilnahmen. Für die Jüngsten war die Strecke zwei Kilometer lang. „Im Jahre 2030 werden einige davon im Saarland vielleicht zu den besten Läufern gehören“, hoffte Streckensprecher Karl-Heinz „Fips“ Wagner von den LTF Marpingen.

Erika Csomor aus Ungarn gewann den Marathon der Frauen. Foto: B&K/Bonenberger/

Beim Zieleinlauf der Kinder liegen viele Menschen in einer Halb-Acht-Stellung mit dem Handy über den Sperrgittern. Hektisch fliegen ihre Blicke von links nach rechts. Wo ist meine Tochter? Wo ist das Enkelchen? Hier die Übersicht behalten zu wollen, ist aussichtslos. Alle Kinder tragen die Startnummer eins, alle jubeln, wenn sie im Ziel sind. Geschafft, durchatmen.