Mehrgenerationenhaus: Zweite Chance für gebrauchte Kleider

Mehrgenerationenhaus : Zweite Chance für gebrauchte Kleider

Der Second-Hand-Laden unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses in Nonnweiler ist fertig.

Der Dachboden des Nonnweiler Mehrgenerationenhauses (MHG) ist zu einem Verkaufsraum umgestaltet worden. Seit März warten dort gut erhaltene, gebrauchte Kleidungs- und Haushaltsgegenstände auf ihre zweite Chance, getragen und wiederverwendet zu werden.

Das Second-Hand-Lädchen unter dem Dach im Nonnweiler Mehrgenerationenhaus hat zweimal in der Woche geöffnet. Alle Artikel aus zweiter Hand werden zu günstigen Preisen verkauft und die Einnahmen komplett an gemeinnützige Zwecke gespendet. „Es läuft sehr gut, wir sind überrascht, wie viele aus der Gemeinde vorbeikommen“, berichtet MGH-Leiterin Julia Hornetz. Aktuell sei der Lagerstand riesig. „Wir haben nur eine begrenzte Lagerkapazität und können nicht alle Waren annehmen“, bedauert die MGH-Leiterin.

Rückblick. Beim Höhepunkt der Flüchtlingswelle hat die Gemeinde die Bevölkerung um Sachspenden gebeten. „Die Spendenbereitschaft in der Gemeinde war damals sehr hoch und es war überwältigend, was da alles zusammengekommen ist“, blickt Hornetz zurück. Die Gegenstände seien wegen Platzmangel in Büroräumen verstaut worden. Saar-Sozialministerin Monika Bachmann (CDU) stößt dann bei einem MGH-Besuch die Idee an, den Dachboden zu restaurieren und ein Lädchen für die gesamte Bevölkerung zu eröffnen. Gesagt, getan. Nach den Umbauarbeiten haben MGH-Mitarbeiter und Angestellte wie Auszubildende eines Pizzaherstellers, die drei sogenannte „Social days“ eingelegt haben, die Gebrauchsgegenstände unter das Dach geschleppt und einsortiert. „Vor allem bei Kleidungsgegenständen hat es Wochen und Monate gedauert, bis wir alles nach der Größe zugeordnet hatten. Wir haben uns dann noch informieren müssen, zu welchen Preisen wir die Waren auszeichnen können“, sagt Hornetz.

Im Second-Hand-Lädchen gibt es gut erhaltene Kleider, Schuhe, Haushaltsgegenstände, Bettwäsche, Wolldecken, Spielsachen, Babyartikel und vieles mehr ab 50 Cent aufwärts. „Wichtig ist, dass wir zur Anprobe der Kleidung eine Möglichkeit eingerichtet haben“, erklärt die MGH-Chefin. Bedient und beraten wird die Kundschaft von Gemeinde-Mitarbeiterin Julia Hahn. „Kinder- und Babykleidung wird stark nachgefragt, genauso wie Spielsachen“, sagt die Verkäuferin. Weitere Kunden nutzen die Gelegenheit, um in dem Sammelsurium von verschiedenen Artikeln zu stöbern, andere begeben sich auf Schnäppchenjagd. „Es kommen auch Leute die ihre Kaffeeservice ergänzen wollen, andere sind auf der Suche nach einer Eieruhr“, weiß Hahn. Was schnell wieder über die Theke geht und was sich als Ladenhüter entpuppt, kann weder Hahn noch Hornetz so genau sagen. Eines ist sicher: Wer im Second-Hand-Lädchen einkauft oder etwas abgibt, der hilft damit auch anderen Menschen.