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Kaufhaus-Studie für Kaufhof kein Thema

Kaufhaus-Studie für Kaufhof kein Thema

Neunkirchen. "Der Kaufhof ist mir ans Herz gewachsen" oder "Im Neunkircher Kaufhof finde ich alles, was ich brauche." So oder so ähnlich äußern sich Stammkunden des Kaufhauses in der Stummstraße 3-9

Neunkirchen. "Der Kaufhof ist mir ans Herz gewachsen" oder "Im Neunkircher Kaufhof finde ich alles, was ich brauche." So oder so ähnlich äußern sich Stammkunden des Kaufhauses in der Stummstraße 3-9. Die Studie des Handelsexperten Jörg Funder, derzufolge in den kommenden fünf Jahren zwei Drittel der rund 200 Karstadt- und Kaufhof-Warenhäuser in Deutschland schließen müssen, hat einige Neunkircher Bürger aufgeschreckt. "60 bis maximal 70 Warenhäuser in 45 Städten werden überleben", hatte der Professor für Unternehmensführung an der Fachhochschule Worms der Zeitschrift "Wirtschaftswoche" gesagt (SZ vom 7. September). Zur Risikogruppe gehört seiner Ansicht nach auch der Kaufhof in Neunkirchen ähnlich wie Bad Kreuznach oder Speyer. Funder bestätigte gegenüber der Saarbrücker Zeitung diese Einschätzung. Zwar handele es sich bei der Studie um eine generelle Approximation (erste Näherung, Red.) Einzelstandorte seien nicht unter die Lupe genommen worden. Um einen speziellen Standort einzuschätzen wie Neunkirchen müssten verschiedene Aspekte wie die Einwohnerzahl der Stadt, das Einzugsgebiet und das individuelle Potenzial des Kaufhauses untersucht werden. Trotzdem bekräftigt Professor Funder seine Aussage: "Ich bleibe dabei, höchstens 60 bis 70, eher weniger Standorte werden bestehen."Gelassen nimmt die Geschäftsführung des Kaufhofs Neunkirchen die Studie zur Kenntnis. In Vertretung des in Urlaub befindlichen Geschäftsführers Manfred Welt sagte Personalchefin Monika Meyer auf SZ-Anfrage: "Es gibt mittlerweile so viele Analysen - weit über 30 -, das ist für uns im Moment kein Thema." Für den Neunkircher Kaufhof stehe der Kunde im Fokus und nicht irgendwelche Studien, betonte Meyer.Von dem Potenzial des Neunkircher Kaufhofs zeigt sich der designierte Oberbürgermeister der Stadt, Jürgen Fried, überzeugt. Zur SZ sagte er: "Ich weiß, dass der Kaufhof Neunkirchen gut dasteht." Die direkte Nachbarschaft zum Saarpark-Center und die Verbindung durch die überdachte Brücke wirkten sich positiv auf die Kundenströme aus. Außerdem habe der Kaufhof durch den Weggang des Real-Marktes einen Konkurrenten in einem Teilbereich seines Angebotes verloren. Was zudem für die Zukunft des Kaufhofs in Neunkirchen spreche: Die Stadt wolle die Hebbelstraße städtebaulich aufwerten. Dazu gehöre eine Umgestaltung des rückwärtigen Teils des Kaufhofs, in dem das Parkhaus liegt. "Dazu laufen ab Oktober Gespräche mit der Geschäftsführung."

Stadt braucht den Kaufhof

Von SZ-RedakteurinHeike Jungmann Nicht erst seit dem endgültigen Aus von Hertie und der Insolvenz der Karstadt-Mutter Arcandor machen sich Handelsexperten Gedanken darüber, ob das klassische Kaufhaus in der Stadt überlebensfähig ist. Angesichts der demografischen Entwicklung und des vorausgesagten Comebacks der Innenstadt müsste hier ein klares Ja stehen. Leider ist die Wirtschaftswelt heute so komplex geworden, dass ein einzelner Geschäftsstandort noch so gut funktionieren kann und trotzdem nur ein Rädchen im großen Getriebe ist. Trotzdem: Neunkirchen ohne den Kaufhof - das können und wollen sich die Neunkircher nicht vorstellen.