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Bis zu 1,5 Millionen Euro sind drin

Bis zu 1,5 Millionen Euro sind drin

St. Wendel ist neben Saarlouis und Neunkirchen einer von drei Landkreisen im Saarland, die für das Modellvorhaben „Land(auf)Schwung“ ausgewählt wurden. Gestern fiel der Startschuss in Berlin.

Für das Modellvorhaben Land(auf)Schwung hat der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt , am gestrigen Dienstag den Startschuss gegeben. Bei der Auftaktveranstaltung in Berlin sagte der Bundesminister: "Wir setzen neue Impulse für Leben, Arbeiten und das Miteinander in ländlichen Regionen. Mit Land(auf)Schwung fördern wir die Entwicklung kreativer Ideen. Wir wollen die Regionen dort abholen, wo sie stehen und bei der Weichenstellen für die Zukunft unterstützen."

Land(auf)Schwung richte sich an engagierte Menschen vor Ort, die selbst über innovative Konzepte und deren Umsetzung in ihren Regionen entscheiden. "Damit senden wir eine klare Botschaft aus: Wenn sich Menschen mit Unternehmergeist, Kreativität und Leidenschaft mit Herz und Hand für ihre Heimat engagieren, können ländliche Regionen ihre Stärken entwickeln und Perspektiven für eine Zukunft mit einer hohen Lebensqualität schaffen - gerade für junge Menschen und Familien", sagte Schmidt. "Für diesen Ideenwettbewerb stellen wir 15 Millionen Euro zur Verfügung."

Der Bundesminister ermutigte die 39 ausgewählten Bewerberregionen, Neues vor Ort anzustoßen. Schmidt: "Einzelne Projekte können Vorbildcharakter bekommen, wie der Wandel zur Chance für den ländlichen Raum und sogar unser ganzes Land werden kann." Für den Landkreis St. Wendel war Wirtschaftsförderer Hans-Josef Scholl vor Ort.

Land(auf)Schwung bietet den Regionen ein Experimentierfeld, um neue Lösungswege zu erproben. Sowohl die Form der Gebietsabgrenzung als auch die Wahl des thematischen Schwerpunkts sowie die Zusammensetzung der Akteure bleiben weitestgehend den Regionen überlassen.

land-auf-schwung.de

Der Landkreis St. Wendel wurde für Land(auf)Schwung ausgewählt. Warum?

Udo Recktenwald : Wir wurden ausgewählt, weil wir bisher schon sehr aktiv auf den Feldern Entwicklung ländlicher Raum und Demografie sind, unter anderem wurde 2008 die Stabstelle Demografie eingerichtet. Auch fand 2011 in Oberlinxweiler eine vielbeachtete Regionalkonferenz des Bundeslandwirtschaftsministeriums und des saarländischen Wirtschaftsministeriums zur Zukunft des ländlichen Raumes statt. In Berlin kennt man uns und unser Engagement.

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an dem Programm?

Recktenwald: Das Modell verfolgt vorrangig zwei Ziele: regionale Wertschöpfung und Daseinsvorsorge. Auf diesen Gebieten haben wir im Landkreis bereits viele Projekte initiiert. Daher können wir optimal die bereits laufenden Leader-Aktivitäten oder die Arbeit der Kulturlandschaftinitiative St. Wendeler Land mit dem Modellprojekt verschränken. Dies - also die Verschränkung von bereits laufenden Programmen mit "Land(auf)Schwung" - ist übrigens etwas, was das Bundesministerium begrüßt. Es entsteht somit weder eine Konkurrenzsituation mit laufenden Projekten noch ein Nebenherlaufen verschiedener Ansätze, sondern idealerweise eine Symbiose zum Wohle unserer Region.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Recktenwald: Bis zum 30. Mai 2015 werden wir ein regionales Entwicklungskonzept erstellen. Dies wird in Workshops und mit institutioneller Unterstützung geschehen. Im Juni 2015 wird dann eine Jury in Berlin die von den 39 Teilnehmern eingereichten Konzepte begutachten und 10 bis 13 Regionen auswählen.

Gibt es schon konkrete Vorschläge oder Projekte, die nun angegangen werden?

Recktenwald: Wir werden auf unserer guten Vorarbeit aufbauen, etwa auf unserem Zukunfts-Energie-Netzwerk, der Initiative Null-Emission-Landkreis, dem Leerstandsmanagement oder der Initiative Region Vital St. Wendeler Land.

Zum Thema:

HintergrundNach 37 wissenschaftlichen Kriterien wurden 39 strukturschwache Landkreise ausgewählt, die in besonderem Maße von den Herausforderungen der Daseinsvorsorge und mangelnder Wirtschaftskraft durch den demografischen Wandel betroffen sind. Diese Regionen werden nun in einer sechsmonatigen Start- und Qualifizierungsphase von Dezember 2014 bis Mai 2015 Chancen für ihren Landkreis identifizieren, um passgenaue, regionale Konzepte für die Zukunft zu entwickeln. Im Juni 2015 wählt eine unabhängige Jury zehn bis 13 Modellregionen aus. Die dreijährige Förderphase startet im Juli 2015. Im gesamten Projektzeitraum bis Ende Juni 2018 stellt das Ministerium für das Modellvorhaben Land(auf)Schwung 1,2 bis 1,5 Millionen Euro pro Region zur Verfügung. red