Mit aller Kraft: So weit fliegende Motoren tragen

Mit aller Kraft: So weit fliegende Motoren tragen

Blitzendes Chrom im Sonnenschein und ein Knattern, das manche einer klassischen Sonate vorziehen: Vor wenigen Tagen ist Eisweiler zum Mekka für Moped- und Vespaliebhaber geworden.

"Ich bin zum ersten Mal dabei und von der familiären Atmosphäre begeistert", sagt Leo Meiser. Der 20-Jährige aus Saarlouis meint damit das siebte Mopedtreffen der Mopedfreunde Liebenburg, bei dem am Wochenende alte Zweitakt-Motoren in Eisweiler knatterten. Meiser war mit einer KTM, Baujahr 1953, gekommen. Bei Gerhard Alles war es eine Honda VT 500C von 1987. "Ich fahre seit 30 Jahren leidenschaftlich Motorrad", berichtet der Furschweiler. Thomas Meiser aus Saarbrücken hat es die Heinkel Tourist mit dem Baujahr 1957 angetan. "Das war ein "Mercedes" unter den Nachkriegsrollern. Ich habe das Gefährt mit 10 PS entsprechend restauriert", erzählt der 55-Jährige.

An der Zehntscheune wimmelte es nur so von alten Mopeds, Mokicks, Kleinkrafträdern, Mofas und Motorrädern. Die Besitzer der Kultfahrzeuge kamen aus allen Teilen des Saarlandes und der Pfalz, freuten sich über das große Interesse an ihren Oldies und erklärten den Besuchern deren Besonderheiten. Chromteile und Lack glänzten im Sonnenschein beim Anrollen des Vespa Club aus Oberkirchen. Die einzige Frau unter den Fahrern, Ilona Recktenwald, war mit einer Piaggio PK 125 von 1992 mitgerollt. "Ich liebe die Vespa und habe vor zwei Jahren den Führerschein für ein größeres Gefährt gemacht", so Recktenwald. "Wir sind zum ersten Mal dabei. Es ist eine toll organisierte Veranstaltung", lobte Stefan Brehm vom ccm-Club Urexweiler.

Ralf Künzer und sein Kollege Ralph Gerlitz aus Neunkirchen/Saar waren mit ihren Fahrzeugen, einer DKW RT 200H aus dem Baujahr 1953 und einer MZ ES 150 (1964), gekommen. "Seit meinem 17. Lebensjahr ist der Motorsport ein geliebtes Hobby. Mich reizt die schnelle Geschwindigkeit, fahre aber mit Herz und Verstand, erzählt Volker Fries aus Gonnesweiler. Derzeit ist es eine 40 Jahre alten Zusika RV 125. Michael Sebastian und sein Kollege Reiner Schmitt waren mit einer 600er Yahama und einer Suzuki aus Zweibrücken gekommen. Das jüngste Mitglied der Mopedfreunde Liebenburg, Jonathan Backes, 16, präsentierte stolz seine Yahama und Ludgar Schmitt aus Hofeld-Mauschbach eine Honda Dax von 1973. Bei Michael Christmann, Ralf Backes, Roman Würtz und Matthias Leist aus Eisweiler waren es zusammen über 20 Exponate.

Das zweitätige Motorradtreffen wurde zu einem wahren Volksfest. Zahlreiche Besucher auch ohne Gefährt hatte das Spektakel trotz großer Hitze angelockt. "Wir hatten allein bei der Live-Musik mit der Sängerin Tanja am Samstagabend um die 500 Besucher. Es war ein rundum gelungenes Fest", resümierte ein rundum zufriedener Vereinschef Michael Christmann.

Zum Rahmenprogramm des Mopedtreffens gehörten weiter Böllerschüsse durch den Schützenverein Fidelio Güdesweiler und eine geführte Rundfahrt von alten Mopeds durch das Namborner Land.

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Auf einen Blick Ein lustiger Beitrag beim Mopedtreffen in Eisweiler war der Mopedmotoren-Weitwurf. Matthias Paliot aus Güdesweiler siegte mit 12,50 Meter, gefolgt von Dirk Schumacher aus Hoof und Daniel Nitz aus Baltersweiler mit je 12,40 Meter. Die Gesamtzahl der Würfe entschied über diese Platzierung. Insgesamt hatten sich um die 40 Personen an dem Weitwurf beteiligt. se